Das mit dem Bloggen

Einige Leser haben es sicher gemerkt: Ich blogge seit einiger Zeit nicht mehr allzu regelmäßig. Das fiel mir natürlich auch irgendwann auf und die Ausrede „zu viel zu tun“ zieht nur eine Weile, denn die tatsächliche Veränderung ist längerfristig, als daß man sie mit kurzfristigen Gründen erklären könnte.

Also überlegte ich, was es sein könnte und da ich ja schon von Berufs wegen ganz gut geübt im Analysieren von Content bin, fand ich heraus, daß ich so drei hauptsächliche Themengebiete hier beackere: Politische und soziale Themen, Musik, InternetKultur und -technik und einen einigermaßen klar abgesteckte Ausschnitte aus meinem Privatleben persönlichen Befindlichkeitsdings.

Die Einträge mit politischen und sozialen Themen sind in letzter Zeit klar zurückgegangen, aber das taten sie so nach und nach schon länger. Der Grund ist einfach gefunden: Es gibt nicht mehr so viele neue Erkenntnisse und die alten hab ich inzwischen schon einige Male variiert hier untergebracht. Okay, das Thema Finanzkrise interessiert mich zwar, dazu schreibe ich aber nicht viel, weil es mich wohl zu sehr frustrieren würde und ich auf dem Gebiet der Finanzen auch privat eher unqualifiziert bin. Auch wenn es mich reizen würde dieses Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber solchen globalen Entwicklungen mal auszuformulieren, würde es mich wohl doch zu sehr anstrengen, so daß ich es lieber gleich ganz halbwegs lasse. Aus demselben Grund hält sich übrigens mein Bedürfnis in Grenzen, über Ökologiethemen zu schreiben wie z.B. die neusten Erkenntnisse über die Eisschmelze.

Das Internet und seine Kultur ist sicherlich noch immer ein Thema bei mir, aber das verlagert sich ein wenig: Ich schreibe zwar nach wie vor gerne über die Nutzung und Eigenarten von Technik Zeug, nutze sie aber auch einfach, wie z.B. Twitter Schlagzeuge. Das nimmt hier natürlich Aufmerksamkeit weg, vor allem die spontanen Meinungsäusserungen.

Am normalsten noch überraschendsten für mich selbst ist jedoch festzustellen, daß obwohl sich bei mir privat in den letzten 32 Monate wirklich erstaunlich viel geändert hat, fast nichts davon hier zu erkennen ist. Was natürlich daran liegt, daß ich darüber auch wenig geschrieben habe. Das war früher auch nicht anders anders und tatsächlich scheint sich mein Mitteilungsbedürfnis hier reduziert gleich klein gehalten zu haben. Nicht daß Weil ich plötzlich irgendwann bewusst meinte, das geht niemanden was an oder dachte, ich müßte hier irgendwie zurückhaltender werden. Es ist wohl eher so, daß sich das Leben inzwischen ein wenig aus dem Internet und den dortigen Verbindungen gelöst hat und wieder realer geworden ist. Insgesamt ist mein Umfeld ist im Laufe des letzten Jahre lauter geworden.

Auch bin ich nicht mehr so oft alleine zuhause und nutze die spärliche Freizeit dadurch ganz anders – ich sitze in der Folge ganz klar weniger oft alleine am Rechner herum und die in den letzten fünf/sechs Jahren entstandene Schnittstelle in die virtuellen Räume des Internet, vor allem der Blogosphäre, hat sich damit wieder ziemlich eingegrenzt.

Ich werde jedoch auch weiterhin keine bewussten großen Ankündigungen machen. Einmal, weil es meinem Selbstbild als Blogger und meiner Auffassung, was Bloggen ist, widerspricht. Zum Anderen auch, weil ich das hier nie mit Druck oder Vorsatz gemacht habe und jetzt auch gar nicht damit anfangen will.

Allerdings bin ich gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird, denn – wie man sieht – manchmal hab ix durchaus noch Lust darauf, auch mal wieder einen richtig langen Text zu klauen

6 Gedanken zu „Das mit dem Bloggen

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