{"id":57,"date":"2007-02-07T23:21:22","date_gmt":"2007-02-07T21:21:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.svenscholz.de\/?p=57"},"modified":"2007-09-27T23:27:26","modified_gmt":"2007-09-27T21:27:26","slug":"subjektive-betrachtung-einer-spezies-und-uberlegungen-wie-man-mit-ihr-umgehen-konnte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/subjektive-betrachtung-einer-spezies-und-uberlegungen-wie-man-mit-ihr-umgehen-konnte\/","title":{"rendered":"Subjektive Betrachtung einer Spezies und \u00dcberlegungen, wie man mit ihr umgehen k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p>Disclaimer: Achtung, hier folgen Klischees, Pauschalierungen, Stereotypen und Vereinfachungen, die s\u00e4mtlichen beteiligten Personen nat\u00fcrlich niemals nicht gerecht werden! <\/p>\n<p>Wie ich ja schon <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/there-and-back-again\/\">angek\u00fcndigt<\/a> hatte, konnte ich beim <a href=\"http:\/\/www.savedartingtoncollege.org\/webdb\/application\/Application.php?fwServerClass=GeneralDetail&amp;_TableName=News&amp;_RecordKey=100&amp;_Template=news_detail.htm\" target=\"_blank\">Besuch in England<\/a> einige meiner <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/tag\/Dartington\">Beobachtungen<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/tag\/Terrorangst\">\u00dcberlegungen<\/a> zur Frage, was f\u00fcr sonderbare Leute da drau\u00dfen in der Welt so herumlaufen, abgleichen. Mir ist klar, dass der Blickwinkel, fixiert auf einen einzigen Aspekt, sehr eng und spezifisch ist, aber das macht&#8217;s halt auch etwas simpler, und um etwas komplexes zu \u00fcberblicken ist es meiner Erfahrung nach hilfreich, erstmal stark zu vergr\u00f6bern und zu simplifizieren.<\/p>\n<p>So genau wei\u00df ich noch nicht, ob ich mich jetzt dar\u00fcber freuen oder erschreckt sein soll, dass ich einige meiner Theorien, die bislang auf pers\u00f6nlicher Erfahrung in einem pers\u00f6nlichen Rahmen basierten, auch im anderen Bereichen best\u00e4tigt finden durfte (oder musste). Ich denke, ich freue mich eher, denn das macht es einfacher, ein paar simple Muster herauszuarbeiten und so ein wenig Linie in meinen Gedankensalat hineinzubringen. Darum werde ich mal versuchen, diesen ganzen Wust auf wenige Muster herunterzubrechen, so einfach und pauschal wie m\u00f6glich und so unvollst\u00e4ndig, wie es dadurch halt auch wird. Es ist also erstmal nichts weiter als &#8222;laut ins Unreine gedacht&#8220;.<\/p>\n<p>Und so beginne ich gleich zu Anfang mit einer Pauschalierung, die postuliert, dass es eine Gruppe &#8222;normaler&#8220; Menschen in einer &#8222;normalen&#8220; Realit\u00e4t gibt, ohne auch nur im Geringsten auf die Frage nach &#8222;was ist normal?&#8220; und &#8222;Was ist Realit\u00e4t&#8220; oder gar &#8222;Gibt es eine allgemeine Realit\u00e4t&#8220; einzugehen <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/wp-images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";-)\" class=\"wp-smiley\"\/> <!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Normale&#8220; Menschen streben nach materieller Sicherheit, interessieren sich f\u00fcr ihre direkte Umgebung und interagieren mit dieser. Zu dieser Umgebung geh\u00f6ren andere Menschen ebenso wie kulturelle Elemente, angefangen vom Sport \u00fcber Musik, vielleicht sogar ein wenig Geschichte und, mit etwas Gl\u00fcck, auch Dinge, die sich mit dem Begriff &#8222;Bildung&#8220; beschreiben lassen. Da diese Leute mengenm\u00e4\u00dfig die \u00fcberwiegende Mehrheit in einer Gesellschaft stellen, darf man sie wohl als &#8222;Mainstream&#8220; bezeichnen. Diese normalen Menschen leben in der normalen Welt, vielleicht nicht immer, weil sie wollen, sonder weil sie m\u00fcssen, denn damit die &#8222;normale&#8220; Welt funktioniert, muss man versuchen, irgendwie miteinander auszukommen und ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu finden.<\/p>\n<p>Zu dieser normalen Welt existiert jedoch eine Parallelwelt: die der &#8222;wichtigen&#8220; Leute.<br \/>\nIn dieser Welt leben Menschen, die sich gerne selbst als Elite sehen und die sich dadurch auszeichnen, dass sie es im Normalfall nicht (mehr) n\u00f6tig haben, sich Sorgen um ihr Auskommen zu machen. Geld hat in dieser Welt andere Zwecke, denn es ist genug davon da. Die W\u00e4hrung in dieser Welt ist Wichtigkeit. <\/p>\n<p>Das w\u00e4re eigentlich kein Problem, wenn dieses Gef\u00fchl des Wichtigseins nicht ausgerechnet genau an den Umstand gekoppelt w\u00e4re, der diese Leute von den normalen Leuten v\u00f6llig entfremdet: keinen Gedanken und keine Anstrengung auf materielle Sicherung verschwenden zu m\u00fcssen. Diese Leute k\u00f6nnen &#8211; auch aus der Sicht des &#8222;normalen&#8220; Menschen &#8211; tats\u00e4chlich <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/tag\/Grundrechte\">tun, was sie wollen<\/a>, ohne sich irgendwelchen ethischen Konventionen oder moralischen Normen unterwerfen zu m\u00fcssen, die bei &#8222;normalen&#8220; Menschen gesellschaftliche Sanktionierungen zur Folge h\u00e4tten, die direkte Auswirkungen auf ihre materielle Sicherheit haben. <\/p>\n<p>Mitglieder der Elite m\u00fcssen im Extremfall nicht einmal mehr Angst vor Strafverfolgungen haben, wie der Fall Ackermann oder Hartz bewies. Man hat noch nicht geh\u00f6rt, dass ein Manager oder ein Politiker, dessen Handlungen den Verlust mehrerer Tausend Arbeitspl\u00e4tze oder einiger Millionen Euro zur Folge haben, pl\u00f6tzlich im materiellen Abseits steht und von Sozialhilfe leben muss, weil er als Riesenversager keinen Job mehr bekommt. Eine Friseurin, die nicht gerade schneiden kann, wird sp\u00e4testens nach dem dritten Mal auf keinen Kunden mehr losgelassen werden und kann sich nach einer Umschulungsma\u00dfnahme umschauen.<\/p>\n<p>Ich spare mir in diesem Zusammenhang die eigentlich notwendige Differenzierung zwischen den Bewohnern dieser Parallelwelt und jenen, die dort gerne leben w\u00fcrden, aber nicht k\u00f6nnen. All die <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/auskotzen\/\">Speichellecker, Radfahrer und Arschkriecher<\/a>, der Bodensatz der Gesellschaft, die niemals kapieren werden, dass sie letztendlich trotzdem nie dazugeh\u00f6ren werden, da sie ja sonst nicht mehr willf\u00e4hrig die <a href=\"http:\/\/dermorgen.blogspot.com\/2007\/02\/mit-polizeischikanen-gegen-die.html\" target=\"_blank\">Handlangerfunktionen<\/a> \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, die es den Mitgliedern der elit\u00e4ren Welt erm\u00f6glichen, nicht allzu direkt mit der normalen Welt zu tun haben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Was ich mich jetzt lange gefragt habe, war, was Leute so wichtig macht, wenn es eindeutig nicht ihre Kompetenz ist. Die Antwort ist einfach: gar nichts. Ihre Wichtigkeit ist reine Einbildung. Eine Illusion. Oder besser: eine Fassade. Allerdings eine Fassade wie eine Filmkulisse: hinter der prunkvollen Front befindet sich eine sch\u00e4bige Baracke, morsch und ungepflegt. Oder auch gleich gar nichts.<\/p>\n<p>Wie kann es jetzt sein, dass diese Leute selbst von ihrer eigenen Wichtigkeit \u00fcberzeugt sind und bleiben k\u00f6nnen, wenn diese Fassaden schon bei fl\u00fcchtigstem Hinsehen gegen\u00fcber echten Geb\u00e4uden mit echter Bausubstanz als schlechte Kopien offenkundig werden? Denn selbst ein renovierungsbed\u00fcrftiges Gem\u00e4uer, dessen Substanz aber stark und solide ist, zeigt diese Stabilit\u00e4t und ihr Gewicht dahinter, seine Form und die in ihr offenkundig werdende Handwerkskunst, egal wie abgebl\u00e4ttert oder ausgeblichen die Farbe auf den Ziegeln auch sein mag. Gegen diese Dreidimensionalit\u00e4t kommt keine noch so kunstfertig gemalte flache Tapete an.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem ist ganz einfach. Man sorgt daf\u00fcr, dass es keine dreidimensionalen Vergleichsm\u00f6glichkeiten gibt, die da neben den flachen Tapeten herumstehen. Hinter dem Wunsch nach Exklusivit\u00e4t in sogenannten elit\u00e4ren Kreisen steht also nichts anderes als Angst. Angst vor dem Verlust der eigenen Illusion. Angst davor, dass die Ahnung, man lebe in einer Scheinwelt und man k\u00f6nnte vielleicht tats\u00e4chlich gar nicht so wichtig sein, wie man glaubt und m\u00f6chte, tats\u00e4chlich wahr w\u00e4re. Angst vor dem kleinen Kind, das auf einen zeigt und sagt &#8222;Der hat ja gar nichts an&#8220;. <\/p>\n<p>Das Mittel, um diese Trennung der elit\u00e4ren Scheinwelt zur normalen Welt zu erreichen und aufrecht zu erhalten, ist folgerichtig das, was auf der einen Seite in solchen Mengen vorhanden ist, dass es f\u00fcr die eigenen Existenzsicherung keinerlei Bedeutung mehr hat, und was auf der anderen gerade der Schl\u00fcssel dazu ist: Geld. Jemand, dem es egal sein kann, ob er f\u00fcr ein Glas Sekt f\u00fcnf oder 50 Euro zahlt, zahlt die 50 Euro nicht, weil der Sekt so gut ist, sondern weil er sicher sein kann, dass er dort, wo er ihn trinkt, unter seinesgleichen ist. Jemand aus der normalen Welt verirrt sich nicht in ein solches Lokal.<\/p>\n<p>Geld hat hier nicht etwa keine Bedeutung, wie man vielleicht glauben k\u00f6nnte, sondern \u00fcbernimmt im Gegenteil die zur Aufrechterhaltung der Parallelwelt n\u00f6tige Gatekeeperfunktion, die verhindert, dass Elemente der normalen Welt in diese eindringen k\u00f6nnten und damit die Illusion entlarven. So kann man unter sich bleiben und sich gegenseitig die erstrebte Wichtigkeit best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>An und f\u00fcr sich w\u00e4re es nun kein Problem, wenn neben dem Mainstream noch die ein oder andere Parallelwelt existierte, in der Menschen leben, die diese ihre kleine Welt mit dem verwechseln, was vom gr\u00f6\u00dften Teil der Menschheit als die Realit\u00e4t (im Sinne von Lebensrealit\u00e4t) wahrgenommen wird. Probleme treten allerdings da auf, wo es <a href=\"http:\/\/wolkenreich.wordpress.com\/2007\/02\/07\/haltet-euch-zuruck-aber-an-der-richtigen-stelle\/\" target=\"_blank\">Ber\u00fchrungspunkte<\/a> gibt. Zum Beispiel wenn Entscheidungen, die in der einen Welt getroffen werden, direkte Auswirkungen auf das Leben derer in der anderen Welt haben. Gerade dann, wenn es f\u00fcr die eine Welt identit\u00e4tsstiftend ist, die andere bis in die gef\u00fchlte Nichtexistenz zu ignorieren.<\/p>\n<p>Hier gibt es eine Menge Aspekte und Auswirkungen, die man beschreiben k\u00f6nnte, angefangen bei mangelndem <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2007\/02\/07\/die-tyrannei-der-mehrheit\/\" target=\"_blank\">Demokratieverst\u00e4ndnis<\/a> (wie soll man auf <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2080#more-2080\" target=\"_blank\">Teilhabe von Leuten<\/a> achten, deren Existenz (zumindest als &#8222;echte Menschen&#8220;) man versuchen muss, <a href=\"http:\/\/karan.twoday.net\/stories\/3309044\/\" target=\"_blank\">so weit wie m\u00f6glich<\/a> zu <a href=\"http:\/\/che2001.blogger.de\/stories\/688369\/\" target=\"_blank\">ignorieren<\/a>?), \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.deutsch.baseface.com\/moral-ist-hans-ulrich-klose-fremd\/\" target=\"_blank\">ethische<\/a> <a href=\"http:\/\/www.blogfrei.de\/metalust\/2007\/02\/die_tyrannei_der_leistungselit.html\" target=\"_blank\">Fragestellungen<\/a> (da k\u00f6nnte man schon beim schlichten <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2007\/02\/09\/die-neue-definition-von-anstandig\/\" target=\"_blank\">Anstand<\/a> anfangen) <a href=\"http:\/\/spitzelblog.blogspot.com\/2007\/02\/schuble-ahnungslos-aber-anstndig.html\" target=\"_blank\">bis hin<\/a> zu <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2007\/02\/08\/hoffnung-auf-satire-knallhart-wegrecherchiert\/\" target=\"_blank\">sozialen Inkompatibilit\u00e4ten<\/a> (und auch da geht&#8217;s schon beim Benehmen los).<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich noch ein Weilchen beim Thema der Wichtigkeit aufhalten. Denn hier liegt der Schl\u00fcssel, mit dem sich die normale Welt gegen so manche Ausw\u00fcchse, mit denen sie seitens dieser Parallelwelt konfrontiert wird, zur Wehr setzen kann. Denn eigentlich ist es ganz einfach: Der Trick ist, wichtiger zu sein. F\u00fcr eine dreidimensionale Welt sollte dies ein Leichtes sein gegen\u00fcber einer Welt, die ihr Gewicht in der Tiefe nur als optische T\u00e4uschung auf eine zweidimensionale Tapete gemalt hat. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, zu beweisen, dass man \u00fcber die dritte Dimension verf\u00fcgt, denn die ist offensichtlich, gerade im direkten Vergleich zu einem zweidimensionalen Bild, sondern darin, eine Situation zu schaffen, in der der eigene r\u00e4umliche Bau f\u00fcr alle, inklusive der Parallelweltbewohner, sichtbar neben den bemalten Bretterw\u00e4nden steht.<\/p>\n<p>Dazu ist es vielleicht hilfreich, mal zu schauen, worauf sich die postulierte Wichtigkeit jener &#8222;Eliten&#8220; beruft. Das ist n\u00e4mlich nicht die Menge an Geld (das ja f\u00fcr sie, wie wir festgestellt haben, einen rein funktionalen und keinen existentiellen Wert hat, deshalb verspielen sie ja auch das Geld anderer Leute, ohne jegliche Reflektion, was das f\u00fcr diese bedeuten k\u00f6nnte). Es sind die Fassade an sich, denn diese bauen ihre Welt auf. Dazu geh\u00f6ren Namen, egal ob von Menschen oder Marken. Einen Namen zu &#8222;haben&#8220; macht die Wichtigkeit aus. <\/p>\n<p>Dies meine ich sehr w\u00f6rtlich. Es ist nicht leicht zu erkl\u00e4ren, in welchem Umfang ich das meine, aber vielleicht hilft die folgende <a href=\"http:\/\/karan.twoday.net\/stories\/2386326\/\" target=\"_blank\">\u00dcberlegung zum Umgang<\/a> mit Kunst <a href=\"http:\/\/www.blogfrei.de\/metalust\/2006\/07\/stellt_das_nicht_das_problem_a.html\" target=\"_blank\">seitens dieser Leute<\/a>. Sie sind es, die Kunstwerke f\u00fcr eine Menge Geld kaufen, mit der eine siebenk\u00f6pfige Familie locker 20 Jahre leben k\u00f6nnte, um sie sich \u00fcber das Sofa zu h\u00e4ngen. Der K\u00fcnstler selbst mag dabei vor 150 Jahren v\u00f6llig verarmt und als sozialer Au\u00dfenseiter verstorben sein. Dennoch hat er offensichtlich der Welt etwas Bleibendes hinterlassen und damit echte (!) Wichtigkeit erlangt. In der Ahnung dessen, dass sich an den Namen des Mitglieds der M\u00f6chtegern-Elite schon f\u00fcnf Jahre nach seinem Tod au\u00dfer direkten Verwandten kein Mensch mehr erinnern wird, kauft es sich Bedeutung \u00fcber den Kauf des Kunstwerks und des damit verbundenen Namens.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich funktioniert das mit den Namen von Marken oder Geb\u00e4uden oder ganzen Gegenden. <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/a-battle-has-been-won\/\" target=\"_blank\">Was da in Devon mit Dartington Hall passiert<\/a>, schlie\u00dft z. B. sogar jeden dieser Aspekte ein. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/flickr.com\/search\/?w=all&amp;q=totnes+dartington+protest&amp;m=text\" target=\"_blank\" style=\"border: 0pt none ;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm1.static.flickr.com\/133\/375654948_81a4afc227_m_d.jpg\" style=\"margin-right: 10px;\" alt=\"march\" align=\"left\"\/><\/a>Um gleich bei diesem Beispiel zu bleiben: um den Versuch abzuwehren, dass dieser Ort <a href=\"http:\/\/www.savedartingtoncollege.org\/webdb\/application\/Application.php?fwServerClass=GeneralDetail&amp;_TableName=News&amp;_RecordKey=104&amp;_Template=news_detail.htm\" target=\"_blank\">komplett von der normalen Welt abgeschnitten und exklusiv der Elite-Parallelwelt einverleibt<\/a> wird, gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten, der zweidimensionalen &#8222;Wichtigkeit&#8220; derer, die eine Exklusivit\u00e4t des Ortes, des Namens, der kulturellen Bedeutung und der damit verbundenen Tradition anstreben, eigene, echte Wichtigkeiten entgegenzusetzen. <\/p>\n<p>Man ist dann wichtiger, wenn man <a href=\"http:\/\/www.heraldexpress.co.uk\/displayNode.jsp?nodeId=134844&amp;command=displayContent&amp;sourceNode=134828&amp;contentPK=16517002&amp;moduleName=InternalSearch&amp;formname=sidebarsearch\" target=\"_blank\">internationaler ist<\/a>, als irgendwelche &#8222;Trustees&#8220;, deren Namen au\u00dferhalb von S\u00fcdengland kein Arsch kennt, im Gegensatz zu international renommierten K\u00fcnstlern aller Sparten, die aus dem Dartington College of Arts hervorgegangen sind. <\/p>\n<p>Man ist dann wichtiger, wenn man es schafft, die Namen, \u00e4hnlich wie bei einer Marke, mit den <a href=\"http:\/\/www.savedartingtoncollege.org\/webdb\/application\/Application.php?Template=display&amp;InsertPage=SaveDartingtonDay\" target=\"_blank\">produktiven Kr\u00e4ften des Ortes zu assoziieren<\/a>, das hei\u00dft &#8222;Dartington Hall&#8220; und &#8222;Dartington College of Arts&#8220; mit den K\u00fcnstlern und ihren Produkten fest verkn\u00fcpft bekommt und damit deren Bedeutungskern dem Zugriff einer reinen Finanzholding entzieht. <\/p>\n<p>Man ist dann wichtiger, wenn man die Unterst\u00fctzung wichtiger Leute findet, deren traditionelle Wichtigkeit schlicht \u00e4lter als die moderner Manager ist, wie z. B. die eines <a href=\"http:\/\/www.savedartingtoncollege.org\/webdb\/application\/Application.php?fwServerClass=GeneralDetail&amp;_TableName=News&amp;_RecordKey=99&amp;_Template=news_detail.htm\" target=\"_blank\">Duke of Somerset<\/a>. <\/p>\n<p>Man ist dann wichtiger, wenn man prominenter ist, egal ob durch die Bekanntheit der eigenen Person oder durch die <a href=\"http:\/\/www.savedartingtoncollege.org\/webdb\/application\/Application.php?Query=LettersSelect\" target=\"_blank\">Vernetzung mit anderen Prominenten<\/a>. <\/p>\n<p>Und man ist dann wichtiger, wenn man es schafft, diese ganzen Wichtigkeiten zu einem Gesamtbild zu strukturieren und nach au\u00dfen, in den Medien wie auch in die Gesellschaft hinein zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Dazu bedarf es lediglich ein paar Methoden, die die M\u00f6chtegern-Eliten nutzen, um ihre Bretterw\u00e4nde so zu bemalen, dass von der fehlenden Substanz dahinter abgelenkt wird. Denn diese Methoden wirken nat\u00fcrlich umso besser, wenn sie nicht kaschieren m\u00fcssen, sondern echte, vorhandene Formen und Substanz betonen, herausheben und sichtbar machen k\u00f6nnen. Dazu n\u00e4mlich wurden sie einmal erfunden.<\/p>\n<p>Das sind zum Beispiel Methoden zur Erh\u00f6hung der Wiedererkennbarkeit (jeder Kleingewerbetreibende wei\u00df inzwischen schon, was ein corporate design wert ist), Kommunikationsmethoden, wie sie Werbung und PR nutzen, um <a href=\"http:\/\/www.heraldexpress.co.uk\/displayNode.jsp?nodeId=134844&amp;command=displayContent&amp;sourceNode=134828&amp;contentPK=16605827&amp;moduleName=InternalSearch&amp;formname=sidebarsearch\" target=\"_blank\">Aufmerksamkeit<\/a> hervorzurufen und zu lenken, oder Methoden, die moderne Kommunikationsmittel (die \u00fcberdies oft noch nicht in der Parallelwelt angekommen sind) zum Zwecke der <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/dcasu\" target=\"_blank\">Vernetzung<\/a> zur <a href=\"http:\/\/dartington.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">Verf\u00fcgung<\/a> stellen.<\/p>\n<p>Es handelt sich hier schlicht um die konsequente Anwendung der Methoden, mit deren Hilfe sich Mitglieder der &#8222;Elitewelt&#8220; ihre Wichtigkeit aufbauen und sichern. Mit dem Unterschied, da\u00df diese ausschlie\u00dflich diese Sprache verstehen und sprechen und von ihr somit \u00e4hnlich existentiell abh\u00e4ngig sind wie Menschen der normalen Welt vom Geld. Jene jedoch k\u00f6nnen sich dieser Sprache und ihrer Methoden als ein einem reinen Werkzeug bedienen, ebenso \u00e4hnlich wie es die elit\u00e4re Welt mit Geld tun kann. Deshalb ist es f\u00fcr die normale Welt ratsam, mit dem Mittel zu arbeiten, von dem die elit\u00e4re Welt abh\u00e4ngig ist, um nicht darauf angewiesen zu sein, ihrerseits mit Mitteln arbeiten zu m\u00fcssen, von der sie abh\u00e4ngig ist, mit denen aber die elit\u00e4re Welt v\u00f6llig frei agieren kann. Wichtigkeit ist der existentielle Lebensnerv der elit\u00e4ren Welt &#8211; das schlimmste, was man Mitgliedern der Eliten antun kann ist, den Diskurs ihrer Themen<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2005\/10\/B_9frgerrechte\" target=\"_blank\"> zu \u00fcbernehmen<\/a>, aber sie (auch oder gar vor allem) als Personen zu ignorieren und damit ihrer Wichtigkeit zu berauben. <\/p>\n<p>Man darf diese Leute nicht ernst nehmen (auch wenn ihre Taten leider oft <a href=\"http:\/\/blog.pantoffelpunk.de\/archives\/873\" target=\"_blank\">ernst zu nehmende<\/a> sein k\u00f6nnen). Zumindest darf man es ihnen nicht zeigen, dass man es tut. Am besten redet man \u00fcber sie, aber nicht mit ihnen. Ideal w\u00e4re es, wenn sie direkt neben einem st\u00fcnden, w\u00e4hrend man \u00fcber sie redet. Nicht ernst nehmen bedeutet auch, dass man sich nicht \u00fcber sie \u00e4rgert, sondern ihr Unverst\u00e4ndnis bez\u00fcglich einer Angelegenheit bedauert oder nur sachlich feststellt, dass diese Leute von einem Thema eben einfach keine Ahnung haben bzw. \u00fcberhaupt keinerlei relevante Kompetenz besitzen. Es ist also eine Haltung gro\u00dfelterlicher Milde und des Mitleids vonn\u00f6ten. Diese Haltung empfiehlt sich \u00fcbrigens auch gegen\u00fcber den oben kurz erw\u00e4hnten intriganten Handlangern der Elite.<\/p>\n<p>Wenn es gelingt dass diesen Personen alles, was sie als Substitut an sich zu kn\u00fcpfen versuchen, entzogen wird (Marken, Namen), ist das die halbe Miete. Wenn es weiterhin gelingt, den Hauptfokus der Handlungsm\u00f6glichkeiten auf die Methoden der Fassadenmalerei zu lenken, und damit auf ein Werkzeug der einen und das Fundament der Existenz der anderen Seite, k\u00f6nnte das zu schaffen sein, was die Angeh\u00f6rigen der &#8222;Elite&#8220; versuchen, \u00fcber die Anwendung ihres Werkzeugs &#8222;Geld&#8220; zu verhindern. <\/p>\n<p>Denn genau das ist die Aufl\u00f6sung der Illusion: <a href=\"http:\/\/www.blogfrei.de\/metalust\/2005\/10\/gegen_die_die_das_unpopulaere.html\" target=\"_blank\">nicht die Fassadenmaler &#8222;schaffen&#8220; und die normale Welt muss\/will &#8222;verhindern&#8220;<\/a>, sondern es ist genau umgekehrt. Die normale Welt will und <a href=\"http:\/\/www.heraldexpress.co.uk\/displayNode.jsp?nodeId=134844&amp;command=displayContent&amp;sourceNode=134828&amp;contentPK=16612782&amp;moduleName=InternalSearch&amp;formname=sidebarsearch\" target=\"_blank\">kann etwas schaffen<\/a>, das irgendwelche Fassadenheinis vergeblich verhindern wollen. Schaffen tut man n\u00e4mlich in drei Dimensionen. Und nur dort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><del datetime=\"2007-02-13T09:13:41+00:00\"><em>P.S.: Ich habe hier jetzt noch keinen einzigen &#8222;Beleg-&#8220; oder &#8222;Bezugslink&#8220; verbaut. Kommt aber noch. Aber erst sp\u00e4ter, ich hab&#8216; den Rest der Woche unheimlich viel zu tun, so dass es der Text erstmal alleine tun muss, der ist immerhin auch schon zwei Tage alt und wird vom auf der Platte rumliegen nicht besser.<\/em><\/del><\/p>\n<p><strong>Nachtrag 13.02.: <\/strong>OK, jetzt hab ich endlich mal ein paar Bez\u00fcge verlinkt bekommen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Disclaimer: Achtung, hier folgen Klischees, Pauschalierungen, Stereotypen und Vereinfachungen, die s\u00e4mtlichen beteiligten Personen nat\u00fcrlich niemals nicht gerecht werden! Wie ich ja schon angek\u00fcndigt hatte, konnte ich beim Besuch in England einige meiner Beobachtungen und \u00dcberlegungen zur Frage, was f\u00fcr sonderbare Leute da drau\u00dfen in der Welt so herumlaufen, abgleichen. Mir ist klar, dass der Blickwinkel, &hellip; <a href=\"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/subjektive-betrachtung-einer-spezies-und-uberlegungen-wie-man-mit-ihr-umgehen-konnte\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Subjektive Betrachtung einer Spezies und \u00dcberlegungen, wie man mit ihr umgehen k\u00f6nnte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[4,14,11,3],"tags":[],"class_list":["post-57","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft","category-kultur","category-medien","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}