{"id":756,"date":"2014-01-05T18:42:15","date_gmt":"2014-01-05T17:42:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.svenscholz.de\/?p=756"},"modified":"2014-01-09T01:28:12","modified_gmt":"2014-01-09T00:28:12","slug":"von-der-schwierigkeit-musik-ohne-industrie-budget-zu-promoten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/von-der-schwierigkeit-musik-ohne-industrie-budget-zu-promoten\/","title":{"rendered":"Von der Schwierigkeit, Musik ohne Industrie-Budget zu promoten"},"content":{"rendered":"<p>[Es gibt einen <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/von-der-schwierigkeit-musik-ohne-industrie-budget-zu-promoten#nachtrag\">Nachtrag<\/a>]<\/p>\n<p>Ich habe lange \u00fcberlegt, ob ich diesen Artikel schreibe, denn ich habe ein bisschen Angst davor, dass man ihn als Rant oder gar Publikumsbeschimpfung missversteht, denn beides soll es nicht sein. Es geht um etwas, in das ich direkt involviert bin, und genau das l\u00e4sst mich etwas z\u00f6gern, da ich nicht den Eindruck erwecken will, nur, weil ich da direkt betroffen bin jammere ich da jetzt rum. Ich schicke das Ding trotzdem ab, in der Hoffnung, dass meine Intention, pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke und Beobachtungen aufzuzeigen und auch ein bisschen zum Nachdenken ganz allgemein \u00fcber diese und \u00e4hnliche Thematiken (das selbe k\u00f6nnte ich f\u00fcr Literatur oder Film schreiben, in die ich aber keine erste-Hand-Einblicke habe, mir aber denke, dass es nicht gro\u00df anders ist) anzuregen.<\/p>\n<p><strong>Ich bin da ein bisschen frustriert. <\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich mich mit Leuten \u00fcber Musik unterhalte, speziell \u00fcber die Musik, die &#8222;erfolgreich&#8220; ist, also die, die im Radio l\u00e4uft und ja auch offenbar mit 5-6-stelligen Verkaufszahlen gl\u00e4nzt, h\u00f6re ich immer und \u00fcberall die selben Klagen: Der Mainstream sei langweilig, Texte nichtssagend, Kompositionen und Arrangements stromlinienf\u00f6rmig ohne Br\u00fcche und \u00dcberraschungen und &#8222;die Industrie&#8220; verkaufe ausschlie\u00dflich &#8222;gef\u00e4lliges&#8220;, ohne jegliche Provokation oder Denkanregung. <\/p>\n<p>Es sei keine &#8222;Message&#8220; mehr in der Musik, &#8222;fr\u00fcher&#8220;TM gab es mehr Nachdenkenswertes und provokatives selbst im einfachsten Pop-Bereich, heute w\u00fcrden nur noch v\u00f6llig austauschbare &#8222;Gesichter&#8220; gecastet, die irgendwelche Industrie-Produktionen verkaufen sollen und wenn das Gesicht nach einem halben Jahr Dauerpr\u00e4senz ausgelutscht ist k\u00e4me einfach ein neues, das mit der finanziellen Marktmacht der Konzerne in alle Kan\u00e4le gedr\u00fcckt wird, bis man auch diese nicht mehr sehen und h\u00f6ren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Dann erz\u00e4hlen mir Leute, dass dieses &#8222;Internet&#8220; das alles ja \u00e4ndern w\u00fcrde, <!--more-->&#8222;richtige&#8220; Musiker k\u00f6nnten jetzt an den Gatekeepern der Industrie vorbei auch &#8222;Erfolg&#8220; haben, bis hin zur Behauptung, dass sie sich damit sogar finanzieren k\u00f6nnten. Weil, \u00fcber soziale Netzwerke und Blogs w\u00fcrde sich die Kunde schnell verbreiten, um das Buzzword &#8222;viral&#8220; zu vermeiden, weil doch jeder froh sei, gerade in der kritischen &#8222;Community&#8220;, dass es auch Sachen gibt, die unabh\u00e4ngig sind und eben nicht &#8222;Industrie-Fast-Food&#8220; und deshalb alles, was jenseits der Konzerne l\u00e4uft, unterst\u00fctzt und verbreitet wird.<\/p>\n<p><strong>Und dann macht meine Band ein Crowdfunding, <\/strong><\/p>\n<p>mit dem wir als Minimum l\u00e4ppische 3000 Euro zusammenbekommen wollen, um die CD-Pressung und einen Teil der Kosten f\u00fcr&#8217;s Recording wieder rein zu bekommen, mit der Hoffnung, dass es vielleicht auch etwas mehr wird, um auch noch ein paar M\u00f6glichkeiten mehr zu haben. <\/p>\n<p>Z.B. f\u00fcr den Menschen, der uns geraume Zeit schon f\u00fcr kein Geld <a href=\"http:\/\/microrebels.com\" target=\"_blank\">professionelle Videos filmt und schneidet<\/a>. Oder f\u00fcr den Menschen, der uns tagelang <a href=\"http:\/\/ingovogelmann.com\" target=\"_blank\">aufnimmt, mixt und mastert<\/a> und daf\u00fcr auch noch kein Geld gesehen hat. Schlicht weil wir es uns nicht leisten k\u00f6nnen. Die beiden machen das von sich aus und gerne, wor\u00fcber ich dankbar und gl\u00fccklich bin, denn ich w\u00fcrde niemals von mir aus wagen, sie zu fragen, ob sie das machen w\u00fcrden. Wenn sie mir das nicht v\u00f6llig von sich aus und selbst (ich fiel jeweils aus allen Wolken, als das passierte und bin noch immer v\u00f6llig ger\u00fchrt und dankbar) so angeboten h\u00e4tten h\u00e4tten wir weder Videos noch professionelle Aufnahmen. <\/p>\n<p>Eben, weil ich das nur dann t\u00e4te, wenn ich sie auch daf\u00fcr bezahlen k\u00f6nnte. Wir leben nun mal in einer Welt, in der Dinge etwas kosten, und jemandem &#8222;anzubieten&#8220;, Arbeit f\u00fcr einen zu machen, ohne ihn daf\u00fcr zu auch zu entlohnen tu ich nicht, wenn es nicht zuf\u00e4llig um ein Charity-Projekt geht, bei dem es um Idealismus und gemeinsame Ziele geht, die man eh nicht mit Geld bezahlen kann.<\/p>\n<p><strong>Musik ist Geschmacksache<\/strong><\/p>\n<p>Nein, ich erwarte jetzt nat\u00fcrlich nicht, dass pl\u00f6tzlich Hunderte Leute aus reiner Sympathie f\u00fcr unsere Bem\u00fchungen Geld in die Hand nehmen und in etwas stecken, das gar nicht ihrem Geschmack entspricht. Das sollen wirklich nur die tun, denen unsere Musik wirklich gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Musik ist Geschmacksache, und so, wie ich niemals Geld f\u00fcr Reggae, DubStep, Hip Hop, Techno oder einige Metal-Richtungen ausgeben w\u00fcrde, einfach, weil das nicht &#8222;meine&#8220; Musik ist, so wenig erwarte ich von Menschen, die mit unseren deutschsprachig gesungenen meist sehr <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/category\/cd-westwind\/\" target=\"_blank\">lyrischen Singer-Songwriter-Texten<\/a> auf Musik von etwas folkig bis hin zu leicht <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/abendland\/\" target=\"_blank\">gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Glam-Rock<\/a> so \u00fcberhaupt nicht klar kommen, da was zu kaufen, das sie sich im Rahmen ihres pers\u00f6nlichen Musikgeschmacks niemals anh\u00f6ren w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Revolution, Baby!<\/strong><\/p>\n<p>Was mich aber tats\u00e4chlich etwas ratlos zur\u00fcck l\u00e4sst ist, wie wenige gerade von jenen, die sonst gern das Internet als revolution\u00e4res Kommunikationsmedium beschreiben (was es in meinen Augen auch wirklich ist) und ziemlich genau wissen, was Vernetzung, Mundpropaganda und &#8222;sharing is caring&#8220; erreichen kann, wenn sich nur genug Leute beteiligen, aber nat\u00fcrlich auch wissen, wo die Grenzen dieses Mediums liegen und was und wieviel tats\u00e4chlich notwendig ist, damit etwas Einzelnes in diesem Informationsoverload herausstechen und wahrgenommen werden kann, <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/index.php\/mittendrin-statt-nur-dabei-meine-singvogel-machen-ein-crowdfunding\/\">auf meine Frage, ob sie mir da nicht mal helfen k\u00f6nnten<\/a>, reagieren.<\/p>\n<p>Nein, ich erwarte nat\u00fcrlich nicht, dass ausgerechnet mein Crowdfunding da pl\u00f6tzlich ganz von alleine, ohne mein Zutun, weiterverbreitet und empfohlen wird, das w\u00e4re zwar super, ist aber nat\u00fcrlich v\u00f6llig illusorisch, daf\u00fcr verursacht meine Band aus sich selbst heraus nicht genug Aufmerksamkeit, um aus der oben erw\u00e4hnten Informationsflut heraus zu stechen. Man muss da schon sehr gut vernetzt und bei den &#8222;richtigen&#8220; Leuten auch deutlich auf dem Schirm sein, damit das quasi von selbst passiert.<\/p>\n<p><strong>Promotion ohne Budget<\/strong><\/p>\n<p>Das zu erreichen wird allerdings auch schon immer schwieriger bis unm\u00f6glich. Die Verbreitungskan\u00e4le haben sich in den letzten Jahren stark verengt. Nur als Beispiel erw\u00e4hne ich Facebook, <a href=\"http:\/\/facebook.com\/singvoegel\" target=\"_blank\">wo wir 600 &#8222;Fans&#8220; haben<\/a>. &#8222;Dank&#8220; der inzwischen sehr eingeschr\u00e4nkten Reichweite von facebook-Pages werden Posting nur noch an einen Bruchteil derer, die die Seite &#8222;geliket&#8220; haben, ausgeliefert, solange man nicht daf\u00fcr bezahlt, dass so ein Posting mehr Menschen in der Timeline angezeigt wird. Ich gehe deshalb mit einiger Wahrscheinlichkeit davon aus, dass nicht einmal 1\/6 aller dieser Leute \u00fcberhaupt auch nur eines der vielen &#8222;Wir machen ein Crowdfunding, schaut mal rein&#8220;-Postings zu Gesicht bekommen haben. <\/p>\n<p>Anders kann ich mir nicht erkl\u00e4ren, warum nach der H\u00e4lfte der Funding-Laufzeit nicht einmal 10% dieser Anzahl auch nur den Mindesteinsatz von 10 Euro investiert haben. Denn ich behaupte mal, mindestens 95% derer, die diese Page geliket haben, haben das getan, weil ihnen unsere Musik wirklich gef\u00e4llt, da erscheint mir eine Quote von rund 8% einfach nicht realistisch.<\/p>\n<p>Und dass eine solche Vermutung nicht aus der Luft gegriffen ist, kann ich damit belegen, dass bei unserem letzten Crowdfunding 2012 tats\u00e4chlich nicht wenige Leute hinterher  bis tief ins Jahr 2013 hinein kamen und mir sagten, sie h\u00e4tten das \u00fcberhaupt nicht mitbekommen, obwohl wir als Band \u00fcber die Facebook-Page, im Band-Blog und auf Twitter, und als &#8222;Privatpersonen&#8220; auf unseren pers\u00f6nlichen Blogs, facebook- und was nicht alles-Accounts usw., die Leute zwei Monate lang wirklich so zugespamt haben mit dem Thema, dass sich manche Freunde sogar dar\u00fcber beschwerten. <\/p>\n<p>Aber zum Gl\u00fcck dann in dem Moment Verst\u00e4ndnis zeigten, als ich ihnen erkl\u00e4rte, dass das halt nun mal die einzigen Kan\u00e4le sind, die uns zur Verf\u00fcgung stehen, weil wir nun mal <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/umsonst-ist-nicht-kostenlos\/\" target=\"_blank\">keinen Konzern hinter uns stehen haben, der ein entsprechend gro\u00dfes Marketingbudget hat<\/a>, um Zeitungsartikel und Medienpr\u00e4senz zu kaufen und so in Promotion f\u00fcr ihr Produkt investieren kann.<\/p>\n<p><strong>Aufmerksamkeitsdefizite<\/strong><\/p>\n<p>Jetzt ist das aber auch schon so, dass ich mich jetzt nicht f\u00fcr v\u00f6llig unvernetzt halte. Ich wei\u00df, dass ein paar der &#8222;richtigen&#8220; Leute mein Blog lesen, meinen Tweets folgen und auf facebook mit mir befreundet sind oder mich abonniert haben. Klar, das hei\u00dft noch nicht, dass dieses spezielle Thema auch auf deren Schirm landet. Das ist mir sehr bewusst, denn auch ich stelle immer mal wieder fest, dass ich Dinge schlicht nicht mitbekommen habe. <\/p>\n<p>Und ein anderer Faktor ist auch, dass es schon noch einen gro\u00dfen Unterschied macht, ob ich nun von vielen Leuten wahrgenommen werde oder ob ich diese Leute wirklich pers\u00f6nlich &#8222;kenne&#8220; (oder diese mich). Ich sitze hier in meinem kleinen Kaff im Odenwald, da habe ich keine gro\u00dfe Peergroup, die ich st\u00e4ndig sehe und der ich im &#8222;real life&#8220; begegne, entsprechend locker und unverbindlich sind diese Kontakte nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Dennoch hatte ich &#8211; man darf mich da naiv-optimistisch nennen &#8211; schon ein bisschen drauf gehofft, dass auf meine Aufrufe, doch mal zu erw\u00e4hnen, was ich hier mit meiner Band versuche, die ich hier im Blog, auf Twitter, Google+, facebook undsoweiter machte, ein klitzeklein wenig mehr Resonanz erfolgt. Also auch und gerade bei denen mit der wirklich gro\u00dfen Reichweite. <\/p>\n<p>Und nein, das soll die Resonanz, die tats\u00e4chlich erfolgte, nicht schm\u00e4lern, ich bin sehr sehr dankbar f\u00fcr jede Erw\u00e4hnung jedes Blogs, jede Weiterleitung und jeden Retweet, egal, wie gro\u00df oder auch klein, und auch jeden Tweet etc.pp., egal, wie viele oder auch wenige Follower sie oder er hat, und gerade dass einige &#8222;kleine&#8220; es trotz ihrer vielleicht geringen Reichweite getan haben erf\u00fcllt mich mit Dankbarkeit und auch ein bisschen Stolz darauf, dass es einige Menschen gibt, die mich &#8211; uns &#8211; mit ihren M\u00f6glichkeiten unterst\u00fctzen, egal wie gering diese M\u00f6glichkeiten auf den ersten Blick erscheinen m\u00f6gen, weil sie einfach gut finden, was wir da machen: Danke, danke danke &lt;3<\/p>\n<p><strong>Auch das noch&#8230;<\/strong> <\/p>\n<p>Ich habe \u00fcberlegt, ob ich verschiedene Leute direkt anschreibe und stolperte \u00fcber ein weiteres Problem. N\u00e4mlich das, dass ich mich das nicht traue. Ja, es f\u00e4llt mir schwer, Leute direkt um Hilfe zu bitten. Nicht, weil ich das &#8222;doof&#8220; finde, erst recht nicht, weil ich dazu zu stolz w\u00e4re &#8211; nein, es ist mir irgendwie peinlich. Ich m\u00f6chte nicht Leute, die ich eben halt doch &#8222;nur&#8220; entfernt kenne, bel\u00e4stigen. Kann man d\u00e4mlich finden, ist es wahrscheinlich auch zu einem gewissen Grad. Aber so ist das beim Selbstvermarkten &#8211; sich selbst zu loben, etwas eigenn\u00fctziges zu tun, ist so unheimlich viel schwerer als das selbe f\u00fcr andere Leute oder Themen, in die man nicht selbst so zentral involviert ist, zu tun. <\/p>\n<p>Auch wenn das vielleicht die ein oder der andere nicht glaubt: ich bin unglaublich sch\u00fcchtern, war ich schon immer, auch wenn ich mir inzwischen ein paar Strategien angeeignet habe, die das zumindest ein klein wenig kaschieren. Diese Strategien funktionieren leider nur begrenzt &#8211; und eben ausgerechnet dort nicht mehr so richtig, wo ich als Person direkt betroffen bin bzw. im Zentrum stehe. <\/p>\n<p>Diese Strategien basieren n\u00e4mlich zum gr\u00f6\u00dften Teil genau auf dem Trick, die zentrale Position meiner Person aus einem Thema abzumildern, mich sozusagen &#8222;nebendran&#8220; zu stellen. Genau das funktioniert hier aber nicht wirklich bzw. nur in sehr sehr geringem Ma\u00df &#8211; und wo es funktioniert ist das dann sogar eher sch\u00e4dlich, weil eine Distanz meiner Person zur eigenen Band\/Musik den Rezipienten doch eher irritiert oder aber zumindest daf\u00fcr sorgt, dass die Menschen, die auf meine Person schauen, nicht wahrnehmen k\u00f6nnen, wie sehr mir eben diese Band und Musik wichtig ist &#8211; wie sollten sie auch, wenn ich selber dazu Distanz aufbaue.<\/p>\n<p>Ich werde es wohl auch noch eine Weile nicht schaffen, in diesem Punkt \u00fcber meinen Schatten zu springen, so sehr ich mir w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte das. Somit kann ich nur hoffen, dass ein paar Leute diesen aus Marketingsicht viel zu langen Artikel tats\u00e4chlich bis zum Ende lesen und sich vielleicht doch noch dazu entschlie\u00dfen, mir hier ein bisschen zu helfen.<\/p>\n<p><strong>Und selbst?<\/strong><\/p>\n<p>Und dann f\u00e4llt mir aber auch noch eins auf: Mach ich das eigentlich selber? Also Dinge weiterempfehlen? Welche, die nicht eh schon jeder andere empfiehlt? Speziell auch Dinge, die ich selber gar nicht brauche oder haben will, aber von denen ich denke, ein paar meiner Freunde und Bekannten k\u00f6nnte das trotzdem interessieren? Weil deren Macher oder Idee mir einfach sympathisch genug sind, um sie zumindest mal kurz aus dem gro\u00dfen wei\u00dfen Rauschen hervorzuheben? <\/p>\n<p>Ja, hab ich schon ein paar Mal gemacht, mal auf twitter, mal auf facebook oder auch Google+. Aber viel zu selten und viel zu inkonsequent. Entsprechend schnell versendet und damit ohne gro\u00dfe Wirkung. Und vor allem: lange nicht so oft, wie ich gekonnt h\u00e4tte. Wenn ich m\u00f6chte, dass ihr das \u00e4ndert &#8211; also die, die das bislang noch nicht tun &#8211; sollte ich also erst mal mit gutem Beispiel voraus gehen. Also los:<\/p>\n<h3>Wie w\u00e4rs mit einem Kultur-Deal?<\/h3>\n<p>Ich verspreche: ich werde dieses Jahr viel \u00f6fter Projekte anderer Bands, aber auch Filmemacher, Autoren, was auch immer, promoten, die mir sympathisch sind, <em>selbst wenn mich deren konkrete Musik, deren Buch oder auch Film jetzt nicht so sonderlich interessiert, weil sie halt einfach nicht mein Geschmack sind<\/em> (Nat\u00fcrlich auch die, die mein Geschmack sind und die ich auch finanziell unterst\u00fctze, aber das mach ich ja sowieso schon). <\/p>\n<p>Hei\u00dft, ich werde euch Crowdfundings oder \u00e4hnliche Projekte vorstellen von Dingen und Leuten, die ich selbst vielleicht gar nicht finanziell unterst\u00fctze, aber von denen ich denke, dass sie andere aus meinem doch sehr weitl\u00e4ufigen und diversen Freundes- und Bekanntenkreis gefallen k\u00f6nnten &#8211; ja, vielleicht sogar mal was mit Reggae. Und wenn ich das tu, dann konsequent, also hier im Blog, auf Twitter, Facebook und Google und wo auch immer ich Zeug in die Welt rausblase. <\/p>\n<p>Und ihr macht das dann auch bzw. die, die&#8217;s schon hin und wieder tun, noch \u00f6fter. <\/p>\n<p>Und \u00fcberlegt euch, ob ihr <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/mitmachen-bei-der-westwind-promoaktion\/\" target=\"_blank\">das nicht sogar f\u00fcr mein Projekt hier tun m\u00f6chtet<\/a>.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4rs?<\/p>\n<h3><a name=\"nachtrag\">Deal?<\/a><\/h3>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Nachtrag: <\/strong> <\/p>\n<p>\u00dcber die letzten Tage scheint das Thema &#8222;Reichweite&#8220;, um das es mir hier geht, etwas Relevanz zu finden, ich hatte interessante Feedbacks dazu auch auf diesem &#8222;facebook&#8220;, und speziell zur Problematik, dass die Reichweite, die facebook vor ein paar Jahren mal versprach, aber inzwischen bewusst wieder einschr\u00e4nkt, um sie sich dann im Zweifel doch bezahlen zu lassen, das A und O ist, das aber tats\u00e4chlich inzwischen teils sogar bewusst verknappt wird. Um eben gerade daran dann wieder Geld zu verdienen.<\/p>\n<p>Das ist ja denn auch der Punkt, dem ich mich mit meinem &#8222;Deal&#8220; entgegenstellen m\u00f6chte: Lasst uns selbst gegenseitig Relevanz und Aufmerksamkeit schaffen und die Leute, Dinge, Iden etc., die wir gut finden, an diesen Wegelagerern vorbei schaffen. Denn wenn es nurmehr die M\u00f6glichkeit gibt, f\u00fcr Geld Aufmerksamkeit zu bekommen, dann wird wieder genau das passieren, was schon in den &#8222;alten&#8220; Medien der Fall ist: nur die Finanzstarken kommen durch. Und damit wieder nur genau der selbe Fast Food, den von dem man auch schon in Rundfunk und Fernsehen zugeballert wird.<\/p>\n<p>Speziell das Problem mit facebook wird derzeit thematisiert, und wenn man davon ausgeht, dass facebook ja vor Jahren die Leute zu sich gezogen hat mit dem Versprechen, Reichweite zu haben, weil bzw. wenn &#8222;alle&#8220; da sind bzw. auch den Usern das Versprechen gab, dass sie sich als Fans auf dem Laufenden halten k\u00f6nnen und jetzt ein gro\u00dfes &#8222;\u00c4llab\u00e4tsch&#8220; gezeigt bekommt, dann ist das auch nachvollziehbar. <\/p>\n<p>Und so nebenbei belegen diese Zahlen, dass meine Einsch\u00e4tzung oben zur &#8222;Qualit\u00e4t&#8220; unserer Fans nicht falsch war: wenn nur an 15% der Fans ausgeliefert wird und von 600 Fans &#8222;nur&#8220; 10% mitmachen, dann ist diese Zahl kein Zeichen von Desinteresse sondern zeigt, wie stark die Reichweite inzwischen eingeschr\u00e4nkt worden ist.<\/p>\n<p>Nein, facebook ist nicht alles, und dass facebook nicht &#8222;das Internet&#8220; ist, ist auch klar. Aber facebook ist ein konkretes und wichtiges Beispiel f\u00fcr das, was da derzeit passiert, in diesem &#8222;Internet&#8220;. Je monokultureller dieses Internet im Mainstream wird &#8211; und damit auch monopolistischer &#8211; desto schwieriger wird es, eben diese Reichweite, die einstmals das Versprechen dieses Internets war, zu erreichen. Nicht, weil das Internet sie nicht b\u00f6te, sondern, weil sie von zu Quasi-Monopolen aufgestiegenen Gatekeepern k\u00fcnstlich verknappt und eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<p>Carsten hat da z.B. <a href=\"http:\/\/www.dobschat.de\/facebook-ist-kaputt\/\" target=\"_blank\">hier dr\u00fcber gebloggt: Facebook ist kaputt<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>[&#8230;] Die meisten Nutzer gehen immer noch davon aus, dass sie nichts vers\u00e4umen, wenn sie Fan einer Seite werden. Irrtum. Irgendwelche geheimen Algorithmen von Facebook entscheiden dar\u00fcber, was die Nutzer zu sehen bekommen und was nicht. Facebook wei\u00df, was Du willst. Sagt Facebook. Und welch ein Zufall: Ein Parameter dieses geheimen Algorithmus ist die Summe Geld, die man bereit ist zur Verbreitung der eigenen Beitr\u00e4ge zu zahlen. Und die Preise sind gesalzen.<\/p>\n<p>[&#8230;] oft erreichen Seiten mit ihren Beitr\u00e4gen im Normalfall gerade mal 5% ihrer Fans. Okay, es ist nachvollziehbar: Facebook will und muss Geld verdienen. Aber dann doch bitte ehrlich. Immerhin wird immer noch so getan, als w\u00e4re eine Facebook-Seite kostenlos. Okay, die Einrichtung vielleicht. Aber wer Reichweite will, der muss zahlen.<\/p>\n<p>Das alles w\u00e4re vielleicht auch noch leichter zu ertragen, wenn Facebook die kostenlose Reichweite nicht immer weiter reduzieren w\u00fcrde. Da f\u00fchlt man sich als Seitenbetreiber schon ein wenig abgezockt. Und als Nutzer f\u00fchlt man sich immer mehr als das, was man bei Facebook wirklich ist: Klickvieh, das verkauft wird. [&#8230;]<\/p>\n<p>Was machen kleinere Bands? Sollen die ihre gesamte Gage (wenn sie denn \u00fcberhaupt eine bekommen) ausgeben, um Werbung f\u00fcr ihre Konzerte zu machen \u2013 immerhin gehen immer mehr Veranstalter ganz selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass sich die Band schon selbst um die Werbung k\u00fcmmert. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch Don Dahlmann beschreibt das Ph\u00e4nomen, aus Sicht des normalen Users. <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/dondahlmann\/posts\/10152204589834665?stream_ref=10\" target=\"_blank\">Leider nur auf facebook<\/a> selbst und nicht in <a href=\"http:\/\/www.dondahlmann.de\/\" target=\"_blank\">seinem Blog<\/a>. Aber vielleicht holt ers ja noch nach.<\/p>\n<blockquote><p>[&#8230;]Facebook ist im Moment kaputt, vor allem der sogenannte Livefeed. Man sieht nur 30% der Sachen, die andere schreiben, daf\u00fcr sieht man manche Postings doppelt oder es werden drei Jahre alte Eintr\u00e4ge nach vorne geschubst, weil irgendjemand noch mal kommentiert hat. Man kann \u00fcber die &#8222;Freunde&#8220; Listen umst\u00e4ndlich den Feed simulieren, dadurch wird die Filterbubble aber gr\u00f6\u00dfer. Anders gesagt: Ich kann nichts mehr entdecken, Facebook schreibt mir vor, was ich sehen soll, bzw. was mich interessiert, ohne das ich es korrigieren kann. <\/p>\n<p>Die Reichweite von Fanseiten liegt teilweise bei 7%. Gut, man soll f\u00fcr mehr bezahlen, kann man verstehen, aber die Preise sind derartig hoch, dass es meist keinen Sinn macht. Anders gesagt: Facebook ist funktional tot [&#8230;]<\/p><\/blockquote>\n<p>Und im Blog von Creative Construction kann <a href=\"http:\/\/www.creativeconstruction.de\/blog\/facebook-kollaps-des-newsfeeds-und-sichtbarkeit-von-brand-pages\/\" target=\"_blank\">man sich die traurigen Zahlen im Detail anschauen<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>[&#8230;]liegt auch die Annahme nicht fern, dass es Facebook selbstverst\u00e4ndlich nicht in erster Linie nur um die Qualit\u00e4t des Newsfeeds geht, sondern schlicht ums Geldverdienen: so fiel die Bekanntgabe, dass die Posts von Brand-Pages nur etwa 16% aller Fans auch tats\u00e4chlich erreichen, sicherlich nicht zuf\u00e4llig mit der Lancierung des Reach-Generators zusammen, mit dem Unternehmen die garantierte Reichweite von 75% ihrer Fans erkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>[&#8230;] Sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt war klar: Facebook-Fans sind nicht das Eigentum einer Brand, sondern bilden nur die Grundgesamtheit, die diese Brand potenziell direkt erreichen kann \u2013 m\u00f6chte man sie jedoch erreichen, muss man Facebook f\u00fcr jeden Post erneut bezahlen. [&#8230;]<\/p>\n<p>[&#8230;]Anfang Dezember 2013 hat Facebook nun erneut eine Ver\u00e4nderung des Newsfeeds angek\u00fcndigt \u2013 selbstverst\u00e4ndlich wiederum, um die Qualit\u00e4t zu steigern. [&#8230;] Das Resultat konnten nahezu alle Brand-Pages direkt sp\u00fcren: die organische Verbreitung von Posts hat sich erneut halbiert, es werden kaum noch Fans ohne bezahlte Verbreitung der Posts direkt erreicht. [&#8230;]<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen, die Gesch\u00e4ft und Kommunikation auf Facebook aufbauen, stellt das grundlegende \u00c4ndern der Spielregeln mitten im Spiel ein ernstzunehmendes Problem dar. [&#8230;]<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/playlists\/17616515&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true\" height=\"350\" width=\"100%\" frameborder=\"no\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>P.S.: Ich erz\u00e4hle ja oben, wie schwierig es f\u00fcr mich ist, mich selbst zu vermarkten, also sich anzupreisen, Leute eigenn\u00fctzig anzuquatschen usw. &#8211; da gehts meinen Bandkollegen Karan und Duke nicht besser als mir (ich glaube, mir f\u00e4llt das sogar noch am leichtesten &#8211; was keine Beruhigung ist). Wer also zuf\u00e4llig einen fairen und leicht wahnsinnigen Manager kennt oder auch einen entsprechenden Booker, oder sogar selbst eine_r ist &#8211; ich h\u00e4tte da eine interessante Aufgabe f\u00fcr sie oder ihn&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a style=\"border: 0;\" href=\"http:\/\/flattr.com\/thing\/1694\/sagichdoch\" target=\"_blank\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Flattr this\" alt=\"\" src=\"http:\/\/api.flattr.com\/button\/flattr-badge-large.png\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Es gibt einen Nachtrag] Ich habe lange \u00fcberlegt, ob ich diesen Artikel schreibe, denn ich habe ein bisschen Angst davor, dass man ihn als Rant oder gar Publikumsbeschimpfung missversteht, denn beides soll es nicht sein. Es geht um etwas, in das ich direkt involviert bin, und genau das l\u00e4sst mich etwas z\u00f6gern, da ich nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/von-der-schwierigkeit-musik-ohne-industrie-budget-zu-promoten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Von der Schwierigkeit, Musik ohne Industrie-Budget zu promoten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[14,13,5,12],"tags":[48,33,45,30,92],"class_list":["post-756","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur","category-musik","category-persoenlich","category-singvoegel","tag-crowdfunding","tag-kunst","tag-musikindustrie","tag-selbstreferentielles","tag-socialmedia"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=756"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":776,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756\/revisions\/776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=756"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=756"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/svenscholz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}