Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Resignation?

Es gäbe einen Haufen Kram, mal wieder, über den es sich zu schreiben lohnte, rein thematisch, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass darüber nicht schon seit Jahren immer wieder geschrieben würde ohne dass das irgendeine Relevanz zu haben schien.

Da ist die Diskrepanz zwischen jubelnder Wirtschaft mit Rekordgewinnen, die gleichzeitig aber immer noch tausende von Arbeitsplätzen abbaut, nebenher aber ihren Managern 30%ige Lohnsteigerungen angedeihen lässt, gleichzeitig den anderen Angestellten und Arbeitern nicht nur keinerlei Gehaltsaufbesserung gönnt, sondern im Gegenteil, mehr Arbeit fürs selbe Geld fordert, was einer Lohnkürzung entspricht, während die Arbeitslosen sich immer wieder mit modernen Versklavungen per 1-Euro-Jobs oder gar unentgeltlichem Reichsarbeitsdienst konfrontiert sehen und wenn sie sich dagegen wehren als „Sozialschmarotzer“ verunglimpft werden – aber was soll ich darüber schreiben, was ich nicht schon vor Monaten oder gar Jahren geschrieben habe?

Dann gab es ja Demos in Ungarn, zu denen mir auffiel, wie unterschiedlich da ZDF und ARD drüber berichteten – in „heute“ sprach man von friedlichen Großdemos, die am Ende „Dank“ irgendwelcher Hools und Rechtsradikaler gewalttätig wurden, in der Tagesschau gab es ausschließlich „rechtsradikale Ausschreitungen“, von friedlichen und nicht-extremen Demonstranten war keine Rede.

Derweil ging es in Thailand ab, und auch hier habe ich bei den Mainstreammedien nicht durchgeblickt, was da nun wirklich los ist. Aber zum Glück gibt es ja Weblogs.

Dann heute früh in der Tagesschau, heißt es zur Lage der Ausbildungsplätze, dass dieses Jahr über 3000 Stellen mehr fehlen als letztes Jahr und mehr oder weniger wörtlich, dass die höhere Zahl daran läge, dass man nicht damit rechnete, dass so viele Jugendliche, die letztes Jahr schon leer ausgingen, sich dieses Jahr vöööllig überraschend nochmal versuchten irgendwo zu bewerben. Und ich fragte mich, ob denn die, die sowas schreiben eigentlich realisieren, was sie da schreiben. Oder spätestens der, der einen solchen offensichtlichen Käse vorlesen muss, nicht innerlich gepeinigt aufschreit ob der Hirnrissigkeit des da zu lesenden. Ich mein – was sollte denn ansonsten mit denen passieren? Lösen die sich normalerweise in Luft auf, wenn das Jahr rum ist? Oder muss ich mal nachschauen, ob die Suizidrate stärker gesunken ist als erwartet? Manchmal fragt man sich echt, was so manche da im Wasser haben, das tut doch physisch weh, im Hirn.

Ansonsten hab‘ ich mir vor ein paar Tagen eine fette Bänderdehnung im Bassdrumfuß zugezogen, die ich jetzt schnellstens auskurieren muss, um den Gig am 6. Oktober nicht zu gefährden. Nach einem Wochenende mit einem Ibuprofenspiegel von 1600mg und einer halben Familientube Voltaren geht das inzwischen auch ohne Schmerzmittel, aber auftreten ist halt nach wie vor nicht.

Naja, und dann gibt’s ja noch meine für manche etwas seltsameren „Special Interest“-Themen, die ich aber bekanntermaßen wo anders beackere. Da habe ich gestern Nacht mal einen bösen Artikel schreiben müssen. War einfach mal nötig.

Politischer Winkeladvokatismus mit der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige

ibusiness schreibt über den von der großen Koalition eingebrachten Änderungsantrag zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige:

In einer Nacht- und Nebelaktion hat die Fraktion der CDU/CSU und SPD am 30.Mai einen Änderungsantrag für das „˜Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende‘ eingebracht, nach dem langjährigen Selbstständigen die gerade erst eingeführte Option zu einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung von heute auf morgen gestrichen wird. „Eine fiese Masche“ nennt sogar eine Regierungssprecherin dieses Vorgehen.

Und tatsächlich scheinen „unsere Volksvertreter“ zu glauben, sie müssten so manchem Gebaren gewisser Wirtschaftszweige mit Kleingedrucktem und verklausuliertem Hintenrum Konkurrenz machen: Da wird schnellstens ein „Änderungseintrag“ eingebracht, der so kurzfristig wirksam werden soll, dass keinerlei Reaktionszeit möglich ist.

Laut diesem soll die Versicherungsoption nur noch Selbstständigen offen stehen, die sich nach dem 1.1.2004 selbstständig gemacht haben, alle anderen (auch ich, der ich mir das noch ausrechnen wollte, wie ich das vielleicht hinbekomme, immerhin hätte ich dazu noch ein Weilchen Frist gehabt) schauen in die Röhre – von gestern auf heute.

Der Witz dann noch dazu: eine Frist, in der ich mich doch noch schnell hätte anmelden können, läuft am Tag „vor der dritten Lesung dieses Gesetzes“ aus. Diese dritte Lesung findet heute statt, also am Tag der Änderung – was bedeutet: geht die Änderung durch, würde es nicht mal was nützen, heute noch schnell einen Antrag zu stellen. Da müsste ich schnell mal in die Zeitmaschine hüpfen und gestern noch kurz auf’s Amt rennen. Für die anderen gilt die Deadline großzügigerweise bis zum Ende diesen Jahres.

Ja geht’s noch? Sind wir jetzt hier in der Politik glücklich auf Dialer- und Sternchentextniveau angekommen?

OK, damit zeigt diese Regierung mit ihrer Politik (wieder) ihr nicht vorhandenes Interesse an ihren theoretischen Auftraggebern (die Bürger), von wegen „Förderung von Eigeninitiative“ und sowas, wieder geht es gegen den Mittelstand, der noch aus Unternehmern besteht und nicht nur aus angestellten, austauschbaren und manchmal nicht mal branchenspezifischen oder -interessierten Geschäftsführern oder Vorstandsmanagern (oder noch schlimmer: Bankern), die meist vom echten „Geschäft“ eines Betriebes so weit entfernt stehen, dass ein Überleben manchen Betriebes manchmal nur ein Zufall sein kann.

So, wie es wohl Zufall sein muss, wenn diese Politik mal aus Versehen etwas für den Bürger beschließt und nicht gegen ihn. Aber, wie man sieht, solche Zufälligkeiten können zumindest in der Politik sehr schnell korrigiert werden. Soll nochmal wer sagen unsere „Volksvertreter“ seien zu langsam und würden „Fehler“ nicht schnell und unbürokratisch revidieren können – und zwar so, dass dem Bürger keinerlei Handhabe bleibt, wenigstens „auf die Schnelle“ noch irgendwie reagieren zu können. So dass ibusinees denn auch das Fazit zieht:

[…] Was im Klartext heißt: Seit gestern ist für langjährige Selbstständige der Zug für die freiwillige Weiterversicherung höchstwahrscheinlich abgefahren. […]

Nachtrag: Achso, und bei dieser ganzen manipulativen Winkelzieherei machen die Medien natürlich wieder mal willig mit. Ich will einfach nicht glauben, dass das keiner merkt, so durchsichtig ist das, was z.B. Spon da macht. Oder greift da wirklich eine umfassende Grundverblödung um sich???

Nachtrag: akademie.de rät dazu, auf die Verfassungswidrigkeit dieses Vorgehens zu bauen und auf jeden Fall doch noch einen Antrag zu stellen.

15 Kommentare »

  1. serotonic meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 15:52

    Wie bitte? Unfassbar! Ich persönlich habe da noch Glück und bin im Raster, aber was ist das denn bitte für eine Handhabe? Nicht, dass es mich wundern würde … aber ein bisschen rasend macht mich das jetzt schon.

  2. Sven meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 16:55

    Ja, allein schon dass man sich darüber inzwischen schon nicht mehr wundern muss ist auch etwas, was einen rasend machen kann…

  3. logog meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 17:49

    Naja, dafür kannst du demnächst mit nur 10.000 Euro eine GmbH anmelden. Was bei den jetzt schon im Europavergleich deutlich unterkapitalisierten deutschen Gesellschaften natürlich absolut voll im Trend liegt. Aber nach Ich AG und der Anmeldung einer Ltd. in GB natürlich wieder eine 1a-Möglichkeit für Jungunternehmer sich haltende Selbstmordkandidaten Roulette zu spielen.

  4. schluesselkind meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 17:59

    Na, die 10.000 Euro GmbH kommt aber frühestens Anfang 2008. Sooo schnell geht das nicht. Was die Sache mit der Arbeitslosenversicherung für Selbständige betrifft – was will man von Politikern erwarten, die allen Ernstes Null-Euro-Jobs propagieren. Ist ja erzieherisch sicher sehr wertvoll, dass die Hartz-IV-Bezieher jeden Tag arbeiten sollen, aber merken die nicht, dass sie damit wieder andere „reguläre“ Jobs vernichten? Sind wirtschaftliche Zusammenhänge wirklich so kompliziert?

  5. Karan meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 19:21

    Achdugroßermist.

    So langsam werde ich nicht nur sauer, sondern stinkewütend. Und allmählich habe ich das Gefühl, daß ich mit dieser Wut was anderes machen will als sie nur hier in die Tasten zu hämmern.

    Hat irgendwer „˜ne konstruktive Idee, sonst grabe ich jetzt mal ein paar Pflastersteine aus…

  6. Sven meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 19:42

    Ideen gibts -> hier… :-D

  7. MMarheinecke meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 22:59

    Konstruktive Ideen habe ich leider keine, aber das paßt perfekt zur zur „Stallpflicht für Langzeitarbeitslose“ (Wer Gemeinde oder Landkreis verläßt, ohne das dies von Arbeitsvermittler genehmigt ist, kann alle Ansprüche verlieren) und zur Obdachlosigkeit als Strafe für dreimaliges „Drücken“ innerhalb eines Jahres (Wer dreimal Spargelstechen oder Hundekoteinsammeln verweigert, kriegt künftig keinen Cent Arbeitslosengeld II mehr – auch nicht für Miete und Heizung.)
    Es ist m. E. fraglich, ob die „Harz IV“ Gesetzgebung überhaupt verfassungsgemäß ist.

    Wer Gemeinde oder Landkreis verläßt, ohne sich bei seinem »Arbeitsvermittler« abzumelden, verliert all seine Ansprüche. Die Daumenschrauben werden stufenweise angezogen: Bei der zweiten »Pflichtverletzung« werden die Bezüge auf ein Drittel gekürzt, bei der dritten komplett gestrichen. Diese Bestimmungen stammen weder aus einer Dienstvorschrift des großdeutschen Reichsarbeitsdienstes noch aus George Orwells »1984«. Sie werden heute vom Deutschen Bundestag beschlossen und stehen im Entwurf zum »Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende«.

  8. MMarheinecke meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 23:01

    (Der letzte Absatz ist ein Zitat aus der „Jungen Welt“ online, die ich sonst eher ablehenend zitiere.)

  9. marcc meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 23:28

    Ich bin inzwischen der Meinung, dass sie die Arbeitslosenversicherung für Arbeitnehmer nicht rechnet.

    Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben muss man 12 Monate einzahlen. Nach zwei Jahren hat man Anspruch auf die maximale Unterstützungsdauer von 12 Monaten ALG I. Dann ist ALG II gleich für alle.

    D.h. man könnte den Arbeitgeberbeitrag ausbezahlen und der Arbeitnehmer legt das Geld an. Wenn man das 40 Monate schafft, hat man (Single an der Bemessungsgrenze von 5250 Euro brutto) die Summe (27600 Euro) zusammen (60% vom Durchschnittsnetto der letzten 12 Monate) die man verteilt auf 12 Monate bekommt. (Ich bin jetzt nicht der Steuerkünstler, ich habe nur ich eine Internetberechnung genommen Steuerklasse 1, keine Kinder und keine Abzüge angenommen.)

    Dennoch ist bei Nacht und Nebel ein Gesetz durchpeitschen nicht vertrauenserweckend.

  10. Schluesselkind meint dazu:,

    2. June, 2006
    @ 14:34

    Besonders bitter ist, dass dieses und viele andere Gesetze von Leuten gemacht werden, die nie im Leben auch nur im entfernstesten damit zu tun haben werden, weil sie sich jahrzehntelang in einem hermetisch abgeschlossenen Elfenbeintürmchen hochgesessen und und dabei eine kuschelweiche Absicherung für alle Lebensrisiken erdient haben. Neulich gab es in „Hart aber fair“ (heisst diese Sendung so? – habe nur zufällig reingezappt) eine grandiose Diskussion zum Thema, warum Abgeordnete für ihre Auslagen eine Pauschale bekommen und andere arbeitende Kreise der Bevölkerung, z.B. Selbständige, jeden Cent schriftlich nachweisen müssen. Die felsenfeste Überzeugung, was einem für diese unglaublich verantwortungsvolle und aufreibende Tätigkeit eines Abgeordneten zusteht, steht fern jeglicher Realität. Wir leben auf unterschiedlichen Planeten.

  11. Sven meint dazu:,

    2. June, 2006
    @ 17:18

    Ja, Martin schrob -> das auch schon

  12. loellie meint dazu:,

    2. June, 2006
    @ 22:50

    »Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende«

    groeoeoeoehl >>Fortentwicklung

  13. Sven meint dazu:,

    3. June, 2006
    @ 00:15

    Ja, die Grundsicherung wird fortentwickelt, bis sie irgendwann auch wirklich ganz fort ist….

  14. loellie meint dazu:,

    3. June, 2006
    @ 09:50

    Komisch, ga hat es den groessten Teil meines Kommentars verschluckt … was solls, verstanden hat mans ja auch so.

    Was anderes, dank der geografischen Lage meines Wohnorts sind wir als dem Popcorn Kino und TV zugeneigten Konsumenten, ueppig mit Kanaelen ausgestattet, welche Filme und Serien im Zweikanalton ausstrahlen. Zusaetzlich haben wir uns der BBC wegen einen digital Receiver zugelegt. Da die entsprechenden Programme aber so wie ich es gern haette in keiner Zeitschrift gelistet sind, durchforste ich das Onlineprogramm verschiedener Sender im Netz.
    Falls es dich und deine Leser interessiert, kann ich gelegentlich auf Sendungen hinweisen.

    So wiederholt ab Montagnacht BBC2 eine dreiteilige Doku ueber den „˜Putsch‘ der Tory’s, was zur aktuellen Diskussion die wir gerade andernorts fuehrten und hier zum Thema passt.

    Tory Tory Tory, eine dreiteilige Doku beschreibt den Werdegang des Thatcherism.
    11:20 pm – 12:20 am 60mins (Achtung Zeitverschiebung, also 00:20 – 01:20)

    Weiteres hier:
    http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk_politics/4766446.stm

    Allein der Link ist schon Lesenswert

    Wer kein BBC empfaengt kann sein Gluck in verschlungen Niederungen versuchen. BBC-Programme als Public Domain zu bezeichnen mag formal juristisch nicht korrekt sein, aber da die BBC an einem Netzarchiv arbeitet …

  15. Sven meint dazu:,

    3. June, 2006
    @ 14:31

    Du musst aufpassen mit den < , das wird von WP schnell als HTML-Tag-Beginn interpretiert und dann verliert es alles was danach kommt… wenn du unbedingt ein < brauchst schreibst du besser & l t ; (ohne Leerzeichen natürlich)

Kommunikation mit denen, durch die ich Geld verdiene

Wie man es macht und wie man es nicht macht auf einen Blick: spreadshirt zeigt auf einen Fall einer Abmahnung eines Kunden, der sich dort ein T-Shirt mit einem Schriftzug, der u.a. auch „WM 2006″³ enthielt, bastelte, großartige Kundenansprache und die FIFA zeigt, wie man auch noch den letzten Fan, das sind die, von denen die FIFA lebt und die letztlich ihre Gehälter zahlen, dazu bringt, sich ein anderes Hobby wie Töpfern oder Häkeln zu suchen – hier beim bembelkandidaten oder bei Robert Basic. Lernen durch Anschauung.

9 Kommentare »

  1. | | | z e n z i z e n z i z e n z i c   a r m e e   f r a k t i o n |  meint dazu:,

    27. May, 2006
    @ 19:57

    […] Dann boykottiert doch einfach den ganzen Mist. Nicht hingehen, keine „public-viewing-areas“ besuchen, nicht im TV anschauen, keine Produkte mit Fußballwerbung kaufen und ansonsten jeder Person erzählen, welche pseudo-faschistischen Irren wirklich dahinter stecken. […]

  2. Sven meint dazu:,

    27. May, 2006
    @ 20:56

    keine Sorge, netterweise sind die FIFA-Sponsoren ja so überdeutlich (alle anderen werden überklebt oder sonstwie „verbannt“), dass es ein Leichtes ist, zu wissen, wem ich was abkaufe und wem nicht… ;-)

  3. bembelkandidat meint dazu:,

    28. May, 2006
    @ 03:45

    jo, geht mir ähnlich. mittlerweile bin ich manchmal, auch nur manchmal(!), den hinweisen dankbar, daß sie mich daran erinnern, was ich nicht nutzen oder kaufen sollte – bei der bahn als quasi-monopolist fällt es natürlich schwer…

  4. WorldCupBehaviour.de meint dazu:,

    28. May, 2006
    @ 06:47

    Genau. Einfach versuchen 1 Woche normalen Alltag zu machen, ohne einen Fußball zu sehen oder ein einziges FIFA lizenziertes Wort zu hören… Geschweige denn zu sprechen…

  5. Felix Deutsch meint dazu:,

    29. May, 2006
    @ 22:55

    Don’t care if we lose, don’t care if we win
    Don’t care if we sink, don’t care if we swim
    Don’t care if we lose, don’t care if we win
    ‚cause YOU’RE GONNA GET YOUR FUCKIN‘ HEAD KICKED IN!

    http://www.ukhh.com/features/lyrics/first_offence-hooligan.html

  6. Sven meint dazu:,

    30. May, 2006
    @ 00:07

    naja, mit der Hool-„Kultur“ und deren Drang, sich mit Gleichgesinnten (in dem Punkt ist das für mich ja sogar akzeptabel, auch wenn ich das nicht nachvollziehen können muss, vorausgesetzt, dass die wirklich „unter sich“ bleiben, jedem Tierchen sein Pläsierchen) zu prügeln kann ich sehr wenig anfangen. Ist ähnlich wie mit manchen Musikstilen – nicht meins… ;-)

  7. Adben meint dazu:,

    30. May, 2006
    @ 11:32

    Abmahnungen – never ending story

    Die Fifa scheint sich an dem BGH-Urteil nicht weiter zu stören und lässt Fußballfans abmahnen, welche T-Shirts in ihrem Onlineshop mit in dem Urteil genanten Beschriftungen aufgenommen haben.

    Weiterlesen

  8. t00lz.de Blog meint dazu:,

    1. June, 2006
    @ 21:40

    Schreib doch mal wieder an die FIFA …

    Hallo zusammen.

    Ich schaue mir gerade wieder eine weitere Folge Ehrensenf an. Dort wird von Michael (Name von der Redaktion geändert) berichtet der von der FIFA Abgemahnt wurde da er sich ein T-Shirt mit folgender Aufschrift drucken lies:

    “WM 2…

  9. sagichdoch? » Weltmeisterschafts-Ware meint dazu:,

    6. June, 2006
    @ 11:20

    […] Somit empfehle ich allen, die das, was Blatter & Co. so tun, um ihre und der Sponsoren Interessen zu wahren, gut finden, bei den nächsten Einkäufen peinlich genau drauf achten, nur noch Waren mit jenem offiziellen Logo in den Einkaufswagen zu tun… […]

Wer Genmais gut findet…

… dem seien die Produkte von Müller Milch, Humana und Campina wärmstens ans Herz gelegt. Laut Greenpeace verarbeiten hauptsächlich diese Milch von Kühen, die mit Genmais gefüttert werden. Solange das ein Alleinstellungsmerkmal zu sein scheint sollte der Gen-Gourmet also verstärkt deren Produkte kaufen. Ebenso scheint aber der Genanbau halbwegs zu floppen, so dass es wenig Möglichkeiten gibt, sowas woanders her zu bekommen. Deshalb unbedingt weiterempfehlen, sonst setzt sich das ja nie durch…

(via Konsumblog)

7 Kommentare »

  1. marcc meint dazu:,

    26. May, 2006
    @ 19:29

    Ich glaube nicht, dass gentechnisch veränderter Mais gefährlich ist. In tropischen Früchten sind auch für uns unbekannte Gene drin und die Essen wir auch. Und im Darm sitzt jede Menge bakterieller DNA in den E. colis. Die essen wir quasi auch.

    Ich habe wegen dem Gebahren wegen der Erbscjhaftsteuer was gegen Müllermilch.

    Und beim transgenen Mais stört mich, dass der Bauern abhängig von jährlich zu erwerbenden Lizenzen einzelnen Saatgut- und Herbizidproduzenten macht.

  2. Sven meint dazu:,

    26. May, 2006
    @ 19:39

    Ich weiß nicht, ob „Glauben“ bei einer flächendeckkenden Verbreitung veränderter Genome das Kriterium ist, nach dem zu entscheiden ist… Mal von der von dir erwähnten monopolistischen Abhängigkeit abgesehen, die tatsächlich alleine schon ausreicht, für mich eine Entscheidung zu treffen. Aber die unsichtbaren Ironie-Tags hast du schon gesehen, oder? ;-)

  3. Oli meint dazu:,

    26. May, 2006
    @ 23:26

    Lustig finde ich ja die Weihenstephan Werbung, die goggle gerade unter den Thread geschoben hat… :D

    „Purer Genuss! Frische Gen, quatsch, Alpenmilch von Weihenstephan“

    @Marcc:

    Einfach mal lesen:

    http ://www.umweltinstitut.org/frames/all/m436.htm

    http ://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/

    und viele andere. Zum Thema GVO gibt es eine Menge zu lesen (nur nicht von den Saatmultis selbst, die lassen unbequeme Studien leider verschwinden…). Ggf. dürften Dich auch die Fütterungsversuche interessieren, bei denen sich das Blutbild der Ratten verändert hat, Organe zurückgebildet wurden, etc, pp…

    Grüße vom Oli!

  4. Sven meint dazu:,

    26. May, 2006
    @ 23:28

    Haha, ja, Google wieder – WS gehört zu MM, oder? :-D

  5. schluesselkind meint dazu:,

    27. May, 2006
    @ 09:51

    Danke für den Tipp! Gibt es so eine Kaufempfehlung auch für Nano-Produkte? Ich möchte gerne ganz progressiv einkaufen gehen…

  6. marcc meint dazu:,

    28. May, 2006
    @ 21:47

    Nun, ich bin promovierter Zellbiologe und habe mal für eine PR-Butze von denen geschreiben (die bio-scope-Artikel auf meiner einen statischen Seite). Daher kenne ich das noch ein bisschen. Was mir nicht gefallen hatte, war die Spitzfindigkeit und der Versuch die Leute zu diskreditieren. Ich habe aber auch ein Problem mit der Ablehnung weil es neu ist, denn nach der Logik wäre auch nicht das Feuer verboten worden. Schließlich ist das irre gefährlich.

    Monsantos Verhalten gegenüber Percy Schmeisser ist doch genau das was ich für bedenklich halte.

    Die Greenpeace-Position halte ich für ein bisschen verlogen, denn einerseits lehnen sie Genfood ab weil es nicht getestet wurde, und wenn unter Freilandbedingungen getestet werden soll, dann wird dagegen auch protestiert.

    Allerdings ist es schon ein Problem, wie man das mt der Kontamnation regelt, wenn neben einem Öko-Bauern ein Gentech-Bauer arbeitet. Nach den Öko-Definitonen, darf dort kein GVO drinne sein. Wie der Widerspruch aufzulösen ist weiß ich auch nciht. Denn entweder zwingen die einen den anderen was auf oder umgekehrt.

  7. Balou meint dazu:,

    31. May, 2006
    @ 10:14

    Beim gentechnisch modifizierten Mais, hier Bt-Mais geht es nicht um die Gene die wir mitessen sondern es geht um das Verhalten des durch die hinzugefügten Gene produzierten Bt-Toxins. Wie wirkt sich die permanente Produktion in allen Pflanzenteilen aus und werden sie wirklich spätestens im Wiederkäuerpansen abgebaut. Von den Züchtern wurde von einem totalen Abbau ausgegangen jedoch kommen neuere Studien zu abweichenden Ergebnissen. (Italien, im Auftrag von Monsanto und diesen meines Wissens nach zurückgehalten)
    Ähnliche Ergebnisse erbrachten Versuche mit Australischen Erbsen und Mäusen.

    Das Problem der Auskreuzung beschränkt sich keinesfalls auf den Ökologischen Landbau. Konventionell Produzenten bis hin zu führenden Nahrungsmittelproduzenten in den USA befürchten einen Verlust ihrer Absatzmärkte in Fernost, besonders Japan. Das trifft u.a. auf Reis und Luzerne zu. Australische Farmer kämpfen gegen die Gentechnik weil ihnen der Verlust der Märkte in der EU droht und die Reihe ließe sich fast beliebig fortsetzen.

    Durch die Kontamination wird gentechnikfreie Pflanzenzüchtung fast unmöglich, es sei noch mal auf den Fall Schmeisser verwiesen, durch die mit der Gentechnik einhergehende Patentierung bestimmter Gensequenzen, unabhängig vom Zuchtprodukt, erfolgt eine Privatisierung weiter teile des vorhandenen Genpools. In Deutschland sind vom neuesten Patentbegehren zum Beispiel 18 Schweinerassen betroffen, darunter auch das Schwäbisch-Hällische Landschwein und das bildet eine der Grundsäulen der Ökologischen Schweinehaltung. Durch die Patentierung bestimmte Gensequenzen würde eine Weiterzüchtung zumindest sehr erschwert und durch ständige Klagemöglichkeiten seitens Monsanto et al. bedroht.

    Trotzdem sollten wir die Grenze nicht zwischen Öko und Gentechnik sondern zwischen Gentechnikfrei und Gentechnik ziehen.

    Die einzige Möglichkeit seitens der Gentechnik Industrie die Abneigung des Verbrauchers zu kippen besteht darin das Angebot an deklarierter gentechnikfreier Nahrung oder auch Futtermitteln zu verringern, so ist es kein Zufall, dass zunehmend nur noch als Gensoja deklariertes Sojaschrot in den Handel kommt unabhängig vom Inhalt des Sackes.

    Einen guten Überblick zu Meldungen zur Gentechnik und etwas mehr für Interessierte gibt es, fast tagesaktuell, unter:
    http://www.non-gm-farmers.com/index.asp

    Alles etwas unstrukturiert und ich bitte um Nachsicht, bin unter Druck.

Chinas Wirtschaftswunder

Klar, erst die billigen Arbeitssklaven ab Kindesalter ausnutzen und den letzten paar hiesigen Arbeitnehmern auch noch erzählen, sie seien selbst Schuld, weil sie es wagen, unter diesen „Weltbedingungen“ immer noch Geld für ihre Arbeit haben zu wollen, aber dann jammern, dass das logischerweise mit den Arbeitsplätzen auch dort hin verbrachte Know-How dort doch tatsächlich Füße kriegt.

Und „Plagiate“? Viele dieser „Plagiate“ sind die normale Markenproduktion, die halt nur nicht die „Veredlung“ durch Anbringung des Markenlogos durch den Betrieb, der die Rechte an dieser Marke hat, erhalten hat. Drum sind viele dieser „Plagiate“ auch nicht minderer Qualität als die „Originale“. Weil sie oft gar von denselben Arbeitern in den selben Fabriken an den selben Maschinen hergestellt werden.

Mensch, Wirtschaft, du bist doch selber Schuld, erst den Reibach machen wollen auf Kosten der hiesigen wie der dortigen Allgemeinheit, und dann heulen, wenn sich diese kurzsichtige Strategie als schnellebiger Fehler mit langfristiger Negativbilanz rausstellt.

Und glaubt doch nicht, dass China seine Millarden „Konsumenten“ euch überlassen wird, die schöpfen das zuallererst mal schön selber ab. Und ihr könnt froh sein, wenn ihr noch ein paar Krumen abbekommt. Das ist doch alles nichts neues.

China kann eine Chance sein. Aber ohne mittelfristige oder gar langfristige Überlegungen, die man mal in Betracht ziehen könnte, ohne gleich alles in ideologische Schubladen schmeißend abzuwimmeln, sondern nur mit dem schnellen Reibach im Kopf blind vorwärts zu stolpern und sich einem Regime anzubiedern, das letztlich per Ideologie diese Wirtschaft da ja doch sogar verachtet und entsprechend wenig Skrupel hat, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit über den Tisch zu ziehen (nur ein völliger Naivling kann das anders sehen), anstatt genau zu schauen, was gefahrlos geht und was halt nicht (es hat seinen Grund, warum in anderen Ländern Lohnpreise höher sind. Zumeist sind das keine schlechten Gründe, auch aus wirtschaftlicher Sicht!) wird schief gehen, q.e.d..

Vieles, was da heute als „linke Utopien“ abgetan wird, ist nicht mal so nebenbei gesagt garnicht so „links“, wie gern getan wird, sondern althergebrachte solide und stinknormale Volkswirtschaftslehre. Kann sich nur scheinbar kaum mehr wer dran erinnern, weil die BWLer im Moment die Überhand haben und definieren, was „Wirtschaft“ sei, übersehend, dass die Welt mehr als nur eine Ansammlung von Kennzahlen ist.

Wie blöd kann man denn noch sein! (ach, was frag ich überhaupt…)

(größtenteils via Rollinger)

4 Kommentare »

  1. Felix Deutsch meint dazu:,

    19. May, 2006
    @ 23:58

    Diese BWLer (und der überwiegende Teil der Journalisten in Wirtschaftsredaktionen auch angesehener Zeitungen) übersehen vor allem eine fundamentale Tatsache: „Wirtschaft“ umfasst alle am Warenaustausch beteiligten, also eben auch die lohnabhängigen Konsumenten.

    Diese stellen sogar die übergrosse Mehrheit dar.

    Dennoch liest man Schlagzeilen wie „Der Wirtschaft geht es gut“: Gemeint sind die Kapitalisten.

  2. Sven meint dazu:,

    21. May, 2006
    @ 19:36

    naja „die Kapitalisten“ sind wir systemtechnisch gesehen schon alle, und ich persönlich habe nichtmal was gegen Kapitalismus. Das Problem ist nur, dass es eben nicht „den Kapitalisten“ gut geht, sondern einem ganz bestimmten Teil von ihnen, auch auf Kosten der anderen.

    Denen nämlich, die in ihrer Identität vergessen haben, dass sie, bevor sie Kapitalisten sein können, zuallererst mal Menschen sind und Menschen um sich rum haben und eben nicht alleine sind auf der Welt. In einer guten Kindestube beginnt spätestens mit dem 6. Lebensjahr das Lernen dieser Einsicht, „Sozialisation“ nennt man das wohl. Und für 4-jährige ist so ein Verhalten und so eine Weltsicht auch völlig „normal“ und OK.

    Die, die damals allerdings verpasst haben, zu lernen, dass auch andere mit dem selben Recht Bedürfnisse usw. haben und die eigenen mit denen der anderen irgendwie in Gleichgewicht zu bringen sind, will man irgendwie als soziales Wesen durchs Leben gehen, und bis heute glauben, allein auf der Welt zu sein und die Umwelt als reines Mittel zur eigenen Trieb- und Anspruchsbefriedigung wahrnehmen („Nochmal! Mehr! Jetzt! Ich hab‘ Hunger! Ich will spielen! Ich will aber Pommes!“) haben nur dummerweise im Moment scheinbar das Sagen. Das heißt, wir werden von Ich-fixierten geistig auf der Stufe von 4-jährigen stehenden Sozialneurotikern bestimmt. Und das ist auch für einen Kapitalismus -> auf Dauer tödlich

  3. rollinger meint dazu:,

    23. May, 2006
    @ 15:02

    Warum bin ich so stolz, daß mein 4 jähriger Sohn, obwohl Einzelkind das Teilen eben bei der Tagesmutter durch seine 3 Kollegen so in sich hat, daß er sein letztes Spielzeug verschenkt und durch ein paar andere Arschgeigen im Kindergarten quasi über den Tisch gezogen wird?
    Was soll ich ihm beibringen? Ist das gut, oder wird er ein Verlierer?

  4. Sven meint dazu:,

    23. May, 2006
    @ 16:35

    Das ist im Moment keine Frage, die du derzeit ausgerechnet mir stellen solltest…

    …obwohl, vor ein paar Wochen wär’s schlechter gewesen, da hätte ich dir tatsächlich einfach geantwortet, mit viel Sarkasmus und gegen alle meine Überzeugungen.

    Frag‘ mich in ein paar Wochen nochmal, dann, wenn das so weitergeht wie bislang *klopfaufholz*, bin ich auf einem Stand, der eine „richtige“ und „gute“ Antwort möglich macht. Hoffentlich…