Ja, ich weiß, dass ich dieses Blog sträflich vernachlässige. Ich habe drei angefangene Artikel im Draft-Ordner, die ich nicht fertig bekomme. Die Tagespolitik nervt mich ungemein, da sie mir ein Deja-Vu nach dem anderen beschert und ich das Gefühl habe, dass ich, um sie zu kommentieren, eigentlich nur jeweils die Veröffentlichungsdaten von Artikeln der letzten 10 Jahre aktualisieren müsste und höchstens mal den ein oder anderen Protagonistennamen auswechseln müsste, um up to date zu sein. Aber wer weiß, vielleicht schaff ichs ja doch irgendwann mal wieder, was Schlaues hier rein zu schreiben. Im Moment aber geht das einfach nicht.
[Dieses Posting erschien zuerst im „Fotoschraubr“-Blog, das leider nicht mehr existiert, weshalb ich es aus der wayback-machine rauskopiert habe.]
In den letzten Monaten bin ich immer mal wieder über die Abkürzung „SOC“ oder „SOOC“ gestolpert, bzw. auch über Profile in Fotocommunities, in denen sich die Kontoinhaber dafür rühmten, ihre Bilder nicht „nachzubearbeiten“ – was dann wohl „Straight out of camera“ genannt wird.
Wenngleich ich durchaus den sportlichen Reiz sehe und anerkenne, ein Foto so zu schießen, dass man daran nicht mehr viel in Lightroom oder Photoshop drehen muss, um ein gut aussehendes Bild zu haben, so wundere ich mich oft, wie wenig manche(!) Verfechter dieses Prinzips über die Art und Weise zu verstehen scheinen, wie fertige Fotos – also Abzüge, sei es analog auf Fotopapier oder digital als JPG – entstehen. Anders kann ich mir jedenfalls die Mythen, die rund um diesen Ansatz herumspuken, nicht erklären.
Als Reaktion auf die inflationäre Tendenz der letzten Jahre, Bilder „überzubearbeiten“, mit all den bonbonfarbenen HDR-Bildern, die aus 3, 5 oder gar zig überlagernden Einzelaufnahmen zusammengesetzt werden und/oder auch noch dazu exzessiv irgendwelche „Filter“ draufzulegen, kann ich diese „Bewegung“ auch nachvollziehen, als so eine Art „zurück zur Natur“. Aber wenn man sich die Funktionsweise digitaler Kameras anschaut, muss man doch feststellen, dass sich manche Leute hier was vor machen, wenn sie glauben, dass diese Technik das „authentische“ Gegenstück zu nachbearbeiteten Fotos sei…
Speziell im digitalen Bereich ist es ja so, dass die einzige Möglichkeit, ein völlig „unbearbeitetes“ Bild zu bekommen, ist, die Bilder im RAW-Format zu speichern. Denn nur in diesem Format wird die Aufnahme nicht von den internen Bildbearbeitungsroutinen der Kamera verarbeitet sondern eben (nur) das abgespeichert, was der Sensor der Kamera liefert. Deshalb sind die Vorschaubilder von RAWs, wenn man sie auf dem Rechner in den RAW-Konverter der Wahl holt, im Normalfall eher unspektakulär: tendenziell etwas grauer, weil eben keinerlei Kontrast, Sättigung, Dynamik etc. optimiert werden.
Es sei denn, man bleibt in der Infrastruktur der Kamera, also z.B. arbeitet mit dem Konverter von Nikon, um Nikon-RAWs zu öffnen. Oder Canon. Oder Sony. Oder was auch immer. Da wird dann schon ein eventuell voreingestelltes Profil, das die Kamera dem RAW zugewiesen hat (einzustellen im Kameramenü) mit übernommen.
Andere Konverter, z.B. Lightroom, lesen dieses spezielle Profil nicht mit aus, sondern liefern eine – allerdings auch schon nach eigenem Profil leicht optimierte – Vorschau, die deshalb meist stark von dem abweicht, was man in der Vorschau der Kamera zu sehen bekam, sofern man dort nicht alle Optimierungen (z.B. ein D-Light-Profil) abgestellt hat.
Die Logik hinter einem RAW-Format ist ja die, dass dieses Format deshalb gewählt wird, um mehr – heißt eine natürlichere Bandbreite – von Bildinformation zu erreichen, um daraus die Bereiche herausholen zu können, auf die es einem ankommt.
Das heißt, RAW wähle ich gerade deshalb, damit ich einen Abzug herausarbeiten kann, der im Idealfall genau das abbildet, was ich wollte und wie ich es wollte.
Da ein RAW also explizit für eine Nachbearbeitung gedacht ist (weshalb man ein RAW ja auch nicht ohne entsprechende Hilfsmittel, sprich Konverter, der die Informationen auf eine Standard-8-Bit-Ansicht runterrechnet, „einfach so“ angucken kann), ist es auch logisch, dass so ein RAW erst einmal nach wenig aussieht.
Also matt, grau, je nach Objektiv vielleicht sogar verzerrt, usw. – eben so „durchschnittlich“ wie möglich. Weil es sich nicht als Endergebnis sondern als Ausgangsmaterial versteht, das die Möglichkeit zu Optimierungen in möglichst verschiedenste Richtungen bereit halten soll. Und damit explizit nicht darauf ausgelegt, von vornherein möglichst „gut“ auszusehen.
Somit wäre ein RAW für „SOOC“ ungeeignet, weil die Kamera so ausgelegt ist – vom Objektiv bis zum Sensor – hier ein möglichst „durchschnittliches“ und damit flaches Ausgangsmaterial zu liefern, damit es möglichst viel Potential für verschiedenste „Abzüge“ beinhaltet.
Konsequenterweise müsste also direkt der „Abzug“ fotografiert werden, also das JPG. Ist das aber jetzt wirklich das „authentische“ Foto?
Wenn die Kamera selbst (nur) ein JPG abspeichert, also das Äquivalent zum analogen Abzug, den man sich ins Fotoalbum klebt, dann nimmt sie ebendiese RAW-Information und weist ihr eine ganze Reihe Parameter zu – macht also nichts anderes als die/derjenige, die/der ein RAW in einen RAW-Konverter reinholt, dort ein paar Optimierungen einstellt und dann ein JPG exportiert.
Da wird also auch, je nach gewähltem Profil, die Objektivverzerrung ausgeglichen, entrauscht, etwas nachgeschärft, eine Dynamik-/Kontrastkurve zugewiesen, die Sättigung optimiert usw. usf..
Der einzige Unterschied: es wird ein Standardprofil, das für jedes Foto gleich ist, zugewiesen (was ich genau genommen im Konverter natürlich auch tun könnte, z.B. indem ich einfach per Batch-Funktion einem kompletten Ordner ein Profil zuweise und in JPGs konvertieren lasse, ohne jedes einzelne Bild anzugucken.).
So wie früher, als man seine belichteten Filme zu Quelle schickte, damit sie diese entwickelten und Abzüge machten. Die Belichtungsmaschine hat dafür auch irgendeinen Standardwert gehabt, mit dem alle Bilder gleich aufs Fotopapier projiziert wurden.
Und wenn ich die selben Negative woanders hinschickte, wo anderes Fotopapier und andere Grundeinstellungen genutzt wurden, sahen die Abzüge eben auch anders aus.
Dennis Stocks berühmtes James Dean-Portrait mit Bearbeitungsmarkierungen von Pablo Inirio (Quelle)
Wenn ich ein Negativ aber zu einem Fotostudio brachte, das aus genau diesem Bild einen möglichst guten Abzug machen sollte, dann war das zwar teuer, aber es kam auch ein weit besserer Abzug raus, als jede Standardeinstellung einer Maschine es konnte. Logisch, wenn man eine auf ein spezielles Negativ und auf das gewünschte Ergebnis abgestimmte Belichtungszeit, Entwicklungszeit, Papier etc. pp. anwendet.
Und da ist noch nichts abgewedelt, partiell extra belichtet, gefiltert und was es alles noch so an Möglichkeiten gibt, ein analoges Bild zu optimieren.
Und natürlich wurden und werden diese Möglichkeiten von Analogfotografen auch schon immer genutzt. Auf dem Blogartikel, wo ich das James Dean-Foto fand, gibts noch viel mehr tolle Beispiele. Den hab ich mir gebookmarked, um ihn jedem um die Ohren zu pfeffern, der mir mit dem Blödsinn „Ein richtiger Fotograf, der was kann, muss nichts mehr nachträglich an seinem Bild schrauben. Früher gabs auch kein Photoshop!“ daher kommt ?
In digitalen Zeiten ist das nicht anders, wie gesagt: ein in der Kamera erzeugtes JPG ist nichts anderes als ein Abzug eines RAWs, das durch ein entsprechendes Bearbeitungsprofil gegangen ist.
Das heißt, so ein JPG ist technisch kein Unterschied zu einem, das nach einer entsprechenden Bearbeitung über einen RAW-Konverter erzeugt wurde. Außer dem, dass es keinerlei individuelle Rücksichten auf das jeweilige Motiv nimmt, sondern jede Aufnahme mit den selben Werten nachbearbeitet.
Ich möchte allerdings auch nicht falsch verstanden werden, denn wie anfangs gesagt: das kann ja durchaus als eine sportliche Herausforderung genommen werden: eine Aufnahme so zu machen, dass ein mit einem Standardprofil erzeugter Abzug so gut wie möglich aussieht. Also so wie früherTM, wenn man seinen belichteten Film für Abzüge in ein großes Fotostudio, zu Quelle oder wohin auch immer schickte, weil man selbst kein Fotolabor im eigenen Badezimmer unterhielt oder sich nicht den Gang zu einem individuellen leisten konnte oder wollte.
Ich gebe zwar zu, dass ich mich in dem Fall frage, warum das jemand tun sollte, denn damals machte man das halt, weil man selbst keine Dunkelkammer hatte oder selbst wenn, diese nicht für jeden Urlaubsfilm aktivieren wollte, weil es einfach ein riesen Aufwand war, wenn man nicht wirklich ein komplettes Zimmer der Wohnung dauerhaft für eine solche Funktion zur Verfügung stellen konnte, und das dürften die wenigsten gewesen sein.
Es ist ja eben der große Vorteil der digitalen Technik, bzw. eine große Freiheit, dass so eine digitale Dunkelkammer (Also ein PC und eine entsprechende Software) vergleichsweise günstig ist, so dass die Eintrittsschwelle in den Zustand, das beste aus seinen individuellen Bildern rausholen zu können, in keinem Vergleich mehr steht zu analogen Zeiten. Man kann sagen, dass die digitale Revolution hier tatsächlich eine Demokratisierung ermöglicht hat.
Ich möchte niemandem den Spaß an dieser sportlichen Herausforderung nehmen. Aber ich möchte doch schlicht darum bitten, hier keinen Mythos um „SOOC“ aufzubauen, der a) faktisch schlicht nicht stimmt und b) behauptet, „SOOC“ sei in irgendeiner Form die „wahre“, die „authentische“ Form des Fotografierens, und Nachbearbeitung von Bildern sei ein Zeichen dafür, dass ein Fotograf sein Handwerk oder Hobby nicht verstehe und deshalb „schummeln“ müsse.
Es geht nicht um die Frage „Nachbearbeitung oder keine“. Sondern schlicht um die Frage „Wohin möchte ich mit meiner Nachbearbeitung“. Also wie das Bild aussieht, das am Ende rauskommt.
Und dafür ist es völlig egal, wie es nachbearbeitet wurde, also individuell händisch oder automatisiert innerhalb der Kamerasoftware.
„Bearbeitung“ ist nicht das selbe wie „Verfälschung“. Ob ich ein knallbuntes HDR erzeuge oder eine möglichst naturnahe Wiedergabe wird nicht über die Frage „ob“ ich nachbearbeite bestimmt. Sondern über die nach dem „Wie“ bzw. „Wohin“.
Also: habt Spaß, die ihr „SOOC“-Bilder schießen möchtet, an dieser technischen Herausforderung, möglichst auf das aktive Bearbeitungsprofil der Kamera passende Einstellungen zu finden. Ich habe sehr sehr tolle Fotos gesehen, die mit diesem Kürzel gelabelt wurden.
Aber denen unter euch, die aus „SOOC“ einen Mythos machen und daraus eine Arroganz entwickeln gegenüber denen, die ihre Bilder im „digitalen Fotolabor“ bearbeiten und ihre Abzüge über diesen Weg erstellen sei gesagt: ihr macht euch was vor.
Diesen Artikel habe ich eigentlich für das Fotoblog Fotoschraubr geschrieben, aber da ich finde, dass dieses Thema nicht nur Fotos und Foto-Communities oder -Blogs betrifft sondern alle Bereiche des Lebens, in denen „kritisiert“ wird, poste ich ihn, nur leicht angepasst, auch noch einmal hier in meinem Blog, einfach, weil unser Fotoblog noch nicht die Reichweite hat, die ich mir für dieses Thema wünsche.
Hier bei mir im Blog geht es mir um eher Grundsätzliches, denn ich bin der Meinung, dass wir alle, die wir mit einer sehr „typisch deutschen“ Kritik- und damit zusammenhängenden Fehlerkultur aufwuchsen und von ihr geprägt wurden, Potentiale verschenken. Nein, verschenken ist zu schwach: wir trampeln auf ihnen herum und zerstören sie, ohne es zu bemerken.
Ich will heute nämlich mal ein Reizthema ansprechen: Die Sache mit der Kritik. Sowohl öffentliche Kritik, die Menschen unter Bilder, Texte, Musik oder welche Veröffentlichung anderer Menschen auch immer schreiben, als auch die in „persönlicherem“ Rahmen, von Schule, Studium, Beruf bis hin zu Freundeskreisen und Familie.
Es gibt da ja grob zwei Fraktionen, natürlich mit Schnittmengen und fließenden Übergängen, aber vereinfacht ausgedrückt sagen die einen „Wenn mir etwas negativ auffällt, dann sag ich das der/demjenigen, damit in Zukunft diese Fehler vermieden werden“ und die anderen „Ich nörgle nicht ungefragt an Leuten herum, speziell nicht an Leuten, die ich gar nicht wirklich kenne, weil ich niemanden demotivieren möchte“.
Entsprechend dazu gibt es diese jeweiligen Vorlieben auch bei denen, die kritisiert werden selbst, also die, die rein positive Kommentare unter z.B. Fotos, von denen sie selbst wissen, dass sie Mängel haben, als „Schleimerei“ empfinden und das nicht als „richtige Kritik“ empfinden, und solche, die sich von negativen Kommentaren verunsichern lassen, sie als übergriffig empfinden und denen sowas deshalb auch nicht wirklich hilft.
Nun, gerade im deutschen „Kulturraum“ wird hinter dem Wort „Kritik“ tatsächlich eher die „Benennung von Mängeln“ verstanden. Das bewerte ich nicht, das ist einfach eine Feststellung. Wenn ich im deutschen Sprachraum um Kritik bitte kann ich zu 99,9%er Sicherheit davon ausgehen, dass mein Gegenüber ein ernstes Gesicht macht, mit der Stirne runzelt, „Hmmmm…“ sagt, und nach scharfem Blick und kurzer Überlegung tatsächlich beginnt, eine Mängelliste aufzuzählen.
Und zwar egal, wie gut das zu kritisierende Objekt neben diesen Mängeln ist. Und ich kann mir auch ziemlich sicher sein, dass das mein Gegenüber auch wirklich etwas findet, denn die Aufforderung war ja die, zu kritisieren, und da sucht man eben auch wirklich so lange, bis man etwas gefunden hat.
Nachdem ich mich ja letztens ein wenig über das Interview mit einem GEMA-Justiziar in der Musikwoche geärgert hatte fragte Carsten mich, ob ich diesen IMO höchst unseriösen Spin, mit der die GEMA dort und anderswo gegen die C3S argumentiert, nicht mal für venue music in einem Gastbeitrag ein bisschen durchdeklinieren möchte. Fand ich eine gute Idee – und den Artikel haben wir dann auch gleich mal unter CC-Lizenz (was das ist hab ich vor einiger Zeit im Singvøgel-Weblog beschrieben) veröffentlicht. Weil wir es können.
Am 8. August 2013 veröffentlichte die “Musikwoche” ein Interview mit dem GEMA-Justiziar Tobias Holzmüller in dem er um Stellungnahmen zum Thema “Creative Commons” und der sich als GEMA-Alternative anbietenden zukünftigen Verwertungsgesellschaft C3S gebeten wurde.
Ich habe mir dieses Interview jetzt ein paar mal genau durchgelesen und mir verfestigt sich der Eindruck, dass die GEMA tatsächlich nervös zu werden scheint, denn anders kann ich mir manche Aussage nicht erklären. Es ist nicht so, dass man sagen könnte “Der Mann lügt”. Der Mann ist immerhin Jurist, wirkliche “falsche” Behauptungen sind da nicht zu erwarten, da wäre er auch ziemlich dämlich.
Aber man kann ja auch Dinge einfach nicht sagen. Und so beschleicht mich der Verdacht, dass die GEMA derzeit versucht, einen bestimmten Spin aufzubauen, der durch geschicktes Weglassen kleiner, aber wichtiger Details und, wie ich unterstellen muss, bewusster (da ich mir nicht vorstellen kann, dass intelligente Menschen vom Fach die “richtige” Reihenfolge nicht erkennen) Umkehrung von Ursachen und Wirkungen ein Bild malt, das ich – als Urheber, Musiker und Kulturinteressierter – so nicht stehen lassen will.
Der zentrale Spin, den ich da sehe, nicht nur in diesem Interview sondern auch in einigen anderen Aussagen der GEMA, wie sie in letzter Zeit in Medien zu lesen sind, lässt sich in ein paar Punkten in etwa so zusammenfassen:
Die C3S wird Creative Commons Lizenzen vertreten
Wer Werke unter CC lizensiert verzichtet auf ihm zustehende Vergütungen
Wer zur C3S geht verzichtet auf ihm zustehende Vergütungen
Die C3S ist keine Alternative für Urheber_innen, die von den Erlösen ihrer Werke leben können wollen bzw. müssen.
Dieses Bild funktioniert, wenn man ein paar Informationen nicht hat bzw. nicht dazu sagt. Es funktioniert aber ab dem Moment nicht mehr, wenn diese Informationen dazu kommen […]
(weiter auf venue music: Die GEMA und die C3S)
Wer an einer GEMA-Alternative interessiert ist, sei es als Unterstützer, sei es aber gerade auch als Musiker, Texter oder Komponist, kann helfen, dass die C3S Wirklichkeit wird, indem sie/er sich am aktuellen Crowdfunding der C3S beteiligt. Wer mehr wissen möchte: Etwas ausführlicher aus meiner Sicht bloggte ich letztens zum Start des Crowdfundings hier.
OK, offenbar stellt manche Chrome-Installation externe Facebook-Funktionen nicht dar (ich hab das auch auf einem meiner Rechner, das betrifft dann alles und überall, vom einfachen Share-Button (speziell die, die man freischalten muss – die verschwinden dann einfach) über mit FB realisierte Kommentarfunktionen, die manche Portale nutzen (regioactive.de z.B.) und auch diese embedded posts.) – heißt, ich muss mir für diese Fälle angewöhnen, auch einen händischen Link zu solchen embedded posts mit dazu zu setzen. Gut, dass wir getestet haben.
[…]Es geht um das leidige Geld. Denn es kostet Geld, Musik zu machen, und das nicht zu knapp. Musiker kaufen Instrumente und Zubehör, sie brauchen Räumlichkeiten, sie müssen mobil sein, sie benötigen viel Zeit, zum üben, um Promotion zu machen, um an andere Orte zu kommen. Wenn sie ihre Musik veröffentlichen wollen, benötigen sie weiteres Equipment, noch mehr Zeit, weitere Menschen, die Dinge für sie tun. Wenn ein Album dann veröffentlicht werden soll, muss Artwork erstellt werden, gedruckt, eine CD gepresst, konfektioniert und verschickt werden. Selbst wenn man „nur“ digital veröffentlicht, braucht man einen Distributor, der die Daten auf verschiedene Plattformen verteilt, auf denen sie verkauft werden können.
Auch diese Dienstleistungen kosten erst einmal Geld. Bis ein Musiker oder eine Band ein Album bei iTunes oder Amazon oder Google oder wo auch immer stehen hat, wo das dann für einen Zehner verkauft wird, von dem die Band dann je nachdem zwischen 30 bis 75% des Verkaufspreises abbekommt, ist also schon ein kleiner 5-stelliger Betrag von den Musikern selbst investiert worden, und da ist jetzt nicht mit eingerechnet, was es gekostet hat, überhaupt soweit zu kommen, dass man über eine Produktion eines Albums nachdenken kann, also Ausbildung, Stilentwicklung usw. usf..
[…]
Wer rechnen kann, kann also relativ einfach ausrechnen, ab wann ein Musiker beginnt, den ersten Cent „Gewinn“ zu machen: sobald die Summe der Online-Erlöse und die Summe der Differenz zwischen Stückpreis und Verkaufspreis der verkauften CDs [/ Downloads] langsam in den 5-stelligen Bereich kommt. Und selbst das ist noch eine „falsche“ Rechnung, denn in der Zeit, die das benötigt, sind ja weitere laufende Kosten zu schultern. Aber selbst diese vereinfachte Rechnung zeigt schon, wie schwer es ist für kleine, unabhängige Musiker außerhalb des großen Musik-Business und ohne riesige Fanbase, sich vom Verkauf eigener Musik finanzieren zu können – geschweige denn, davon „leben“ zu können. Bzw.: wie unmöglich, solange DAS die einzige Einnahmequelle bleibt. […]“
…drüben, im Weblog der Singvøgel. Anlasshalber, weil wir unser neues Album ja unter einer CC-Lizenz veröffentlicht haben. Zum einen erkläre ich, was das konkret für die Beteiligten bedeutet. Zum anderen, warum wir das gemacht haben. Und zum dritten, unter welchen Umständen das eine gute Idee ist. Und unter welchen (noch) nicht.
[…] [Wir] hoffen […] darauf, dass die Initiative zur Gründung einer alternativen Verwertungsgesellschaft so schnell wie möglich realisiert werden kann. Die C3S ist letztlich der konsequente und notwendige Schritt zur Professionalisierung der Creative Commons Idee.
Die Vorteile für den privaten Musikfan bleiben vollkommen erhalten, „CC“ bedeutet für den Privatnutzer nicht mehr und nicht weniger als „Braucht sich keinen Kopf zu machen“; die wenigen Einschränkungen, die ihn vielleicht betreffen könnten, sind in den Kürzeln auf einen Blick klar ersichtlich und eindeutig.
Dafür bringt eine Verwertungsgesellschaft, die (im Gegensatz zur GEMA) Werke und nicht Personen vertritt, für den Urheber selbst maximal feinjustierbare Kontrolle darüber, welche Rechte er von der Gesellschaft für welches Werk vertreten und verwertet sehen möchte und welche nicht, und für kommerzielle Nutzer und Verwerter den Vorteil, auch für CC-Werke einen einzigen Ansprechpartner zu haben, bei dem er entsprechende Rechte für seine Bedürfnisse einholen kann und die zentral die Vergütungen dafür einnimmt und an die einzelnen Künstler weiterreicht. Und das auch hier sehr fein granulierbar.
Aus diesem Grund unterstützen wir die Idee der C3S auch aktiv. Und rufen Künstler wie auch Musikliebhaber dazu auf, dies auch zu tun. Künstler können dies vor allem auch damit tun, dass sie eine Absichtserklärung zum Beitritt zur C3S unterzeichnen. Damit sich Creative Commons und der Gedanke dahinter irgendwann so stark und als so selbstverständliche Option durchsetzt, dass es nicht mehr nötig sein wird, solche langen Monsterartikel zu schreiben wie diesen hier, nur um euch zu erklären, was das eigentlich ist, sein soll und wofür es gut ist….
tl;dr: Für Leute, die als Werkzeug nur große Hämmer haben wird schnell alles zum Nagel.
Wenn Behörden zu viel Macht gepaart mit Paranoia und Unverständnis bekommen sind solche Fälle überall möglich, einfach, weil die Fehlerquote ab einer kritischen Masse an Gelegenheiten groß genug wird, dass die Wahrscheinlichkeit für solche „Missgriffe“ entsprechend anwächst.
Und nein, eine Schere im Kopf auf „Nutzer“seite im Sinne von „Da mus man halt ein bisschen aufpassen, was man schreibt oder tut in diesem Internet“ löst so ein Problem nicht, denn solchen Fehlleistungen wohnt ein Maß an Willkür inne, das niemand ernsthaft in seiner Kommunikation berücksichtigen kann, ohne völlig auf Kommunikation zu verzichten (und genau das passiert dann auch, man nennt sowas „Chilling Effect“) .
Mich gruselt deshalb jedes mal, wenn diverse Innenminister, Polizeipräsidenten und Sicherheitspolitiker Kompetenzfrei von „Facebookfahndungen“ entgegen aller seriöser Studien und Statistiken davon träumen und sich einbilden, noch mehr Überwachung der Kommunikation aller Bürger (per Vorratsdatenspeicherung, die neben Internet ja auch Telefon, Handy, ja sogar Faxe etc. einschließt, per Aufweichung des Postgeheimnisses, und was da auch hierzulande noch alles an kruden Ideen immer wieder auf den Tisch kommen) würde man „mehr Sicherheit“ bekommen – das Gegenteil ist der Fall.
Und man muss nicht in ein „Schwellenland“ schauen (Indien ist ziemlich genauso lange eine Demokratie wie die Bundesrepublik) um das zu sehen, auch in England, in den USA und auch hier in Deutschland häufen sich Jahr für Jahr Fälle solcher Willkür und es werden nicht weniger, wenn sich nicht irgendwann die Erkenntnis durchsetzt (oder von denen, die diese schon haben, durchgesetzt werden kann), dass Rechtsstaat, Bürgerrechte und eine pluralistische Gesellschaft nur zu haben sind, wenn „Law & Order“ sich auf das unbedingt nötige beschränkt und nicht auf das irgend Mögliche. Denn am Ende sitzen immer Menschen, denen man diese Instrumentarien in die Hand gibt, und spätestens die machen „Fehler“ – deren Ursachen von „Missverständnissen“ und „einen schlechten Tag haben“ bis zum Ausleben einer paranoiden Blockwartmentalität oder der schlichten Lust an der Macht, die man hat, reichen werden. Auch dazu gibt es genügend Studien und Experimente (jeder hat schon mal von solchen „Gefängnisexperimenten“, die auch mal aus dem Ruder liefen gehört, oder? Gerade nach der Nazizeit wurde ja auch an der Frage „Wie konnten ‚ganz normale Menschen‘ sowas tun“ einiges an Erkenntnissen gewonnen (PDF))
Sonst werden auch hierzulande bald Wohnungen von SEK-Kommandos gestürmt, weil ein 15-jähriger mal einen schlecht formulierten pubertären Frusttweet abgelassen hat oder Leute geraten für eine Googlesuche nach einem Triggerwort ins Visier sogenannter „Staatsschützer“ und werden jahrelang überwacht und verwanzt – oh, warte, soweit sind wir ja auch schon….
[…]One of the women had criticised the shutdown of Mumbai in her post, after the death of politician Bal Thackeray, while the other „liked“ the comment.
One of the women had criticised the shutdown of Mumbai in her post, after the death of politician Bal Thackeray, while the other „liked“ the comment.
[…]
In her Facebook comment on Sunday, 21-year-old Shaheen Dhanda wrote: „People like Thackeray are born and die daily and one should not observe a ‚bandh‘ [shutdown] for that.“
Her 20-year-old friend Renu Srinivasan ‚liked‘ the status. […]
[…]In ihrem Facebook Kommentar schrieb die 21-jaehrige Shaheen Dhanda:
Menschen wie Thackeray werden taeglich geboren und sterben auch entsprechend. Deshalb muss ich noch lange nicht einen kompletten Stillstand des oeffentlichen Lebens akzeptieren
Die 20-jaehrige Renu Srinivasan, Schwester unseres Bloggers Rahul, klickte darunter auf den Like Button.
Den Ausgang dieser Aktion kennen wir nun. Beide Maedels hoerten die Acht klicken. […] Die beiden Maedels wurden inzwischen uebrigens gegen Zahlung einer Kaution aus dem Gefaengnis entlassen, nachdem sie dort fuer 2 Tage wegen der „Verletzung religioeser Gefuehle“ einsassen. […]
„Verletzung religiöser Gefühle“ – Moment, da klingelt was…